Mobilfunk - FAQ
Unterschied zwischen CB- und Amateurfunk?
CB-Funk (engl. CB = Citizen Band = Bürgerband oder Jedermann-Band) darf von jedem ohne Prüfung betrieben werden. Die Geräte müssen technisch geprüft sein und dürfen nicht verändert werden. Das CB-Funker darf also seine Geräte nicht selber bauen, reparieren oder verändern.
Beim Amateurfunk ist es genau anders herum: der Funker wird geprüft, dafür darf er dann seine Geräte selber bauen, reparieren oder verändern. Seine Geräte benötigen dann also keine Zulassung mehr, aber der Amateurfunker hat dafür zu sorgen, dass alle seine Geräte vorschriftsmäßig sind.
Kurz: beim CB-Funk wird also das Gerät geprüft, beim Amateurfunk der Funker.
CB-Funk arbeitet im 11-m-Band, Amateurfunk auf über 20 verschiedenen Bändern von von wenigen kHz bis über 200 GHz. Während der CB-Funk auf vier Watt Sendeleistung beschränkt ist, dürfen Funkamateure je nach Band und Ihrer Lizenzklasse bis zu mehreren 100 Watt Sendeleistung nutzen.
Für Amateurfunk sind nahezu alle Betriebsarten zugelassen, während CB-Funker nur Frequenzmodulation (FM), Amplitudenmodulation (AM) und EinseitenBand (SSB) nutzen dürfen. Auf einigen wenigen Kanälen sind auch digitale Methoden (Packet Radio, Fax) zugelssen.
Während beim CB-Funk alle Nutzer gleich sind, es keine Klassen zwischen ihnen gibt, gibt es beim Amaterufunk 4 Klassen von Amaterufunkern. Diese Klassen hängen mit der von ihnen abgelegten Amaterufunkprüfung zusammen.
Klasse 1: Betrieb auf allen Amateurfunkbändern (inkl. Morsen)
Klasse 2: Betrieb auf allen UKW-Amateurfunkbändern, also alle Amateurfunkfrequenzen über 30 MHz
Klasse 3: Betrieb nur auf dem 144- und dem 432-MHz-Band (2m- und 70cm-Band) mit maximal 10 Watt (EIRP).
LPD, PMR, Freenet - Was ist das?
LPD-Geräte arbeiten im 70-cm-ISM-Band (433,05 bis 434,79 MHz) mit maximal 10 mW, auf 69 Kanälen, und sind gebührenfrei. LPD bedeutet "Low Power Device", also Gerät mit kleiner Sendeleistung. Die Bezeichnung "LPD" wurde von der Bundesnetzagentur durch "SRD" (Short Range Devices) ersetzt, aber "LPD" ist noch immer die gebräuchlichere. Die Reichweite beträgt etwas 300 m, bei Sichtverbindung bis zu 4 km.
PMR-Geräte arbeiten auf acht Kanälen im 70cm-Band (446,0 - 446,1 MHz) mit maximal 500 mW ERP und sind gebührenfrei. Die Reichweite ist ca. 1-4 km. Das 70-cm-ISM-Band reicht von 433,05 - 434,79 MHz und liegt damit mitten im 70-cm-Amateurfunkband (430 - 440 MHz). Der Kontakt zwischen einem LPD-Funker und einem Funkamateur ist nicht erlaubt, es sei denn, der Funkamateur benutzt auch ein LPD-Gerät.
Freenet-Geräte sind ebenfalls gebührenfrei. Sie arbeiten im 2-m-FreeNet-Band (149 MHz) mit maximal 500 mW EIRP. Reichweite: 500 m bis 1 km, bei Sichtkontakt bis zu 4 km.
Was kostet CB-Funk?
CB-Funk mit alle einen Varianten (FM, AM/FM, AM/FM,SSB-Kanalgeräten) ist inzwischen gebührenfrei.
Für den Amateurfunk muss man jährlich eine Frequenznutzungsbebühr gemäß der Frequenzschutzbeitragsverordnung FSBeitrV entrichten.. Die Frequenznutzungbeiträge und EMV-Beiträge für das Jahr 2004 betragen: 2,90 Euro für die TKG und 18,90 Euro für die EMVG. Hier kann man es auch noch einmal im Original bei der Bundesnetzagentur nachlesen. Für die verschiedenen Amateurfunkprüfungen werden ebenfalls einmalige Gebühren gemäß Anlage 2 der AFuV erhoben.
Wie wird man Funkamateur?
Um eine Amateurfunklizenz zu erhalten, muss eine schriftliche Prüfung bei der Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation, bzw. einer ihrer Außenstellen in der Nähe, abgelegt werden. Die Prüfung besteht aus einem ca. 2 Stunden dauernden Multiple-Choise Test für Klasse 3 bzw. einem ca. 3,5 Stunden dauernden Multiple-Choise Test für Klassen 1 und 2 (zuzüglich. Pausen). Es wird Wissen auf den Gebieten Betriebstechnik, Technik und Gesetzeskunde geprüft. Siehe auch die Amtsblattverfügungen 10/2005 und 11/2005 der Bundesnetzagentur.
Wo gibt es Prüfungsfragen?
Informationen zu den Prüfungen sind in Fragen- und Antwortenkatalogen enthalten, die beim Druckwerkeversand der Bundesnetzagentur, Außenstelle Erfurt, Zeppelinstrasse 16, 99096 Erfurt wie folgt erhältlich sind:
- für Zeugnisklasse A das Heft "Prüfungsfragen für den Erwerb der Amateurfunkzeugnisse der Klassen 1 und 2" für 10 € je Exemplar zuzüglich Versandkosten
- für Zeugnisklasse E das Heft "Prüfungsfragen für den Erwerb des Amateurfunkzeugnisses der Klasse 3" für 5,11 € je Exemplar zuzüglich Versandkosten.
Das letztgenannte Heft sowie der Antrag auf Zulassung zur Amateurfunkprüfung sind auch über die Internetseite der Bundesnetzagentur herunterladbar.
Die Fragenkataloge geben zwar die richtigen Antworten, jedoch werden diese nicht erklärt. Es also mehr als ratsam, sich mir entsprechener Literatur zu versorgen.
Gibt es Kurse für die Amateurfunkprüfung?
Ja. Viele Ortsvereine bieten (z. T. in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule) Kurse an. Bei ein bis zwei Unterrichtsstunden pro Woche dauert solch ein Kurs beispielsweise für Klasse 2 rund ein halbes Jahr. Es gibt aber auch iNtensivkurse von rund einem Monat.
Auskunft über geplante Kurse geben die Ortsverbände des DARC.
Was ist Packet Radio?
Packet Radio ist eine digitale Übertragungsart beim Funk. Ausgetauscht werden kann eigentlich alles was der PC verarbeiten kann, hierzu wird der PC mittels eines kleinen Modems an das Funkgerät angeschlossen. Der PC muss für derartige Anwendungen nicht der neueste sein, so findet dann auch der gute alte 386er oder sogar der C 64 wieder eine Aufgabe. Die CB-Kanäle 24, 25, 52, 53, 76 und 77 sind für Packet Radio freigegeben, wobei die Verwendung eines Rufzeichens aus dem Bereich DAA200 bis DRZ999 empfohlen wird.
Als Geschwindigkeiten werden meist 1200 Bit/s oder 9600 Bit/s benutzt. Mehr ist beim CB-Funk auch nicht erlaubt. Beim Amateurfunkt hingegen werden inzwischen vereinzelt schon Übertragungsraten bis zu 1,2 MBit/s erprobt, allerdings müssen hierzu die Funkgeräte mit einer Datenbuchse versehen werden, da das Signal schon ab etwa 9600 Bit/s nicht mehr durch den NF-Filter passt.
Bei der Reichweite sind einige Kilometer üblich, mehr ist auch meist nicht nötig, da nur der nächste Knoten erreicht werden muss. Diese Knoten sind miteinander verbunden, so dass auch der entfernteste Knoten erreicht werden kann.