Quelleninterpretation zum Potsdamer Abkommen

(24. März 2005; Note: 1,0; Grundkurs Geschichte (PS); Historisches Institut, Uni Rostock; Dozent: PD Dr. Mario Niemann)

Inhaltsverzeichnis

  • 1. Quellenkritik
  • 1.1. Quellenbeschreibung
  • 1.2. Innere Kritik
  • 1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung
  • 1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung
  • 2. Quelleninterpretation
  • 2.1. Inhaltsangabe
  • 2.2. Einordnung in den historischen Kontext
  • 2.2.1. Der Weg nach Potsdam – Die alliierten Kriegskonferenzen
  • 2.2.2. Das Zustandekommen der Potsdamer Konferenz
  • 2.3. Beschlüsse
  • 2.3.1. Politische Grundsätze
  • 2.3.2. Wirtschaftliche Grundsätze
  • 2.3.3. Reparationen
  • 2.3.4. Ostgrenze
  • 3. Ergebnis und Ausblick
  • 3.1. Rechtsnatur des Potsdamer Abkommens
  • 3.2. Entwicklung bis zur Teilung Deutschlands und dem Beginn des Kalten Krieges
  • 4. Quellen und Literatur
  • 4.1. Quellen
  • 4.2. Literatur
  • 4.3. Internet
  • 5. Anhang
  • Quelle (vollständige und gekürzte Version)

1. Quellenkritik

1.1. Quellenbeschreibung

Bei der ausgewählten Quelle handelt es sich um die Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin vom 2. August 19451, mit der sich die drei Siegermächte, Großbritannien, die USA und die UdSSR, auf die Politik im Nachkriegsdeutschland einigten. Die Quelle ist das im Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland im Ergänzungsblatt Nr. 1 veröffentlichte Ergebnis dieser Verhandlungen und liegt in gedruckter und edierter Form vor2, wodurch die äußere Textsicherung entfällt. Die Quelle wurde, um dem Rahmen der Hausarbeit im Grundkurs gerecht zu werden, gekürzt und die gekürzte Version der Quelle dieser Hausarbeit ebenfalls beigefügt.

1.2. Innere Kritik

1.2.1. Sprachliche Aufschlüsselung3

– „Kontrollrat“ (Z. 77): Nach der Kapitulation Deutschlands und dem Zusammenbruch des Naziregimes 1945 richteten die alliierten Siegermächte den Alliierten Kontrollrat als gemeinsames oberstes Regierungsorgan für Deutschland ein. Der Kontrollrat war zuständig für alle Belange, die Deutschland als Ganzes betrafen und sollte eine einheitliche Politik der Besatzungsmächte sicherstellen, außerdem die deutsche Zentralverwaltung überwachen und Berlin verwalten. Er setzte sich zusammen aus den vier Oberbefehlshabern der Besatzungsarmeen, die, bis eine neue deutsche Regierung gebildet war, gemeinsam und einstimmig Entscheidungen treffen sollten. Der Kontrollrat beruhte auf dem „Londoner Abkommen über die Kontrolleinrichtungen in Deutschland“ (14.11.1944) und auf der „Berliner Viermächte-Erklärung“ (5.6.1945). Er trat schon während der Potsdamer Konferenz, am 30. Juli 1945, erstmalig zusammen und existierte bis zum Austritt des sowjetischen Vertreters am 20. März 1948.4

– „Kartelle“ (Z. 137): Zusammenschluss rechtlich und wirtschaftlich weitgehend selbstständiger Unternehmen mit dem Zweck, durch koordiniertes Handeln den Wettbewerb auf einem bestimmten Markt zu kontrollieren.5

– „Syndikate“ (Z. 137): Ein über das Kartell hinausgehender, strafferer monopolistischer Zusammenschluss mit eigener Rechtspersönlichkeit. Die einzelnen zum Syndikat verbundenen Unternehmen bleiben weitgehend selbständig, geben aber ihre Handelsfunktion an das Syndikat ab.6

– „Trusts“ (Z. 137): Kapitalgesellschaften, die durch Zusammenschluss mehrerer ehemals rechtlich selbstständiger Unternehmen mit dem Ziel der Marktbeherrschung entstehen. Im Unterschied zum Kartell, mit dem es die Zielsetzung gemeinsam hat, bildet der Trust eine verwaltungsmäßig, produktionstechnisch und finanziell straff organisierte und feste Einheit.7

1.2.2. Sachliche Aufschlüsselung

– „ Krim-Konferenz“ (Z. 49): Gemeint ist die Konferenz von Jalta, vom 4. Februar bis zum 11. Februar 1945, auf der Halbinsel Krim in der Ukraine, bei der sich die „Großen Drei“, Churchill, Roosevelt und Stalin, auf die in der Mitteilung zur Berliner Dreimächtekonferenz bekannt gegebenen politischen Grundsätze: Entwaffnung, Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Demokratisierung des politischen Lebens, Dezentralisierung der staatlichen Ordnung und der Wirtschaft, Wiederaufbau der lokalen Selbstverwaltung, Gebietsabtretungen, Aufteilung in Besatzungszonen sowie die Reparationsfrage einigten.8

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1 Allgemein bekannt unter der Bezeichnung „Potsdamer Abkommen“

2 Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin. 2. August 1945. In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. 4., durchgesehene Auflage. Berlin 1984, S. 182-196.

3 Die in diesem Abschnitt gemachten Zeilenangaben beziehen sich auf die für diese Arbeit verwendete gekürzte Version der Quelle.

4 Der Große Brockhaus. 18. Auflage. Wiesbaden 1979.

5 Ebenda.

6 Meyers Neues Lexikon. 2. Auflage. Leipzig 1976.

7 Der Große Brockhaus. 18. Auflage. Wiesbaden 1979.

8 Protokoll über die Arbeit der Krimkonferenz. In: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Die Sowjetunion auf internationalen Konferenzen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945. Bd. 4, Die Krim(Jalta)konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – UdSSR, USA und Großbritannien. Berlin 1986, S. 229-234.

2. Quelleninterpretation

2.1. Inhaltsangabe

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um die Mitteilung im Amtsblatt des Alliierten Kontrollrats in Deutschland, die rechtsverbindliche Übereinkünfte der Staatschefs und der Außenminister der drei großen Siegermächte, der USA, der Sowjetunion und Großbritannien, während der Dreimächtekonferenz von Berlin vom 16. Juli bis zum 2. August 1945 in Potsdam zusammenfasst. Weder das besiegte Deutschland, noch die spätere Siegermacht Frankreich sind daran beteiligt. In dieser Mitteilung wird festgehalten, wie mit dem besiegten Deutschland umzugehen sei, wie Deutschland unter den Siegermächten in Besatzungszonen aufgeteilt werde, wie es denazifiziert, demilitarisiert und dezentralisiert und wie ein demokratischer Staat mit Zentralregierung aufgebaut werden solle. Auch die Wirtschaft wird mit Plänen zur Demilitarisierung und Dekartellisierung bedacht, wobei Deutschland als wirtschaftliche Einheit betrachtet werden solle. Die Grundfreiheiten inklusive der Meinungsfreiheit werden, sofern sie nicht die militärische Sicherheit der Besatzungsmächte berühren, wiederhergestellt und demokratische Parteien wieder zugelassen. Die Reparationen werden ebenfalls behandelt. Sie sollen das deutsche Volk nicht ausbluten, sondern eine wirtschaftliche Erholung ermöglichen. Hierzu bestimmen die Siegermächte selbst, was sie sich aus ihren Zonen, und nur aus diesen, an Reparationen sichern. Die Sowjetunion stellt hierbei eine Ausnahme dar. Aufgrund ihrer immensen Verluste und der Tatsache, dass sie die polnischen Reparationsansprüche befriedigt, erhält sie, im Austausch gegen Nahrungsmittel, 15 % der maschinellen Anlagen aus den westlichen Zonen sowie 10 % der westlichen Reparationsleistungen ohne jedwede Gegenleistung.

Die polnisch-deutsche Grenze wird einem Friedensvertrag vorbehalten, die „Oder-Neiße-Linie“ jedoch zur von den Regierungschefs errichteten Grenze. Ebenso wird die Ausweisung der Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn angeordnet, wobei auf eine humane Vorgehensweise hingewiesen wird.

In dieser als Potsdamer Abkommen bekannten Kurzfassung des Protokolls zur Dreimächtekonferenz von Berlin wird auch bekannt gegeben, was mit den Territorien jenseits der polnischen Westgrenze und mit den Kriegsverbrechern geschehen solle, wie mit Polen, Österreich, Rumänien, Bulgarien und Ungarn umzugehen sei. Gleichzeitig wurden die Ausarbeitung von Abschlüssen der Friedensverträge und der Zulassung zu den Vereinten Nationen dem auf der Potsdamer Konferenz gegründeten Rat der Außenminister übergeben.

2.2. Einordnung in den historischen Kontext

2.2.1. Der Weg nach Potsdam – Die alliierten Kriegskonferenzen

Diese als Quelle dienende Bekanntmachung zur Potsdamer Konferenz ist das Ergebnis langer Verhandlungen zwischen den Alliierten Staatsoberhäuptern, die schon während des Zweiten Weltkrieges auf der „Prince of Wales“ im Atlantik (August 1941), in Casablanca (Januar 1943), Teheran (November 1943) und Jalta (Februar 1945) stattfanden.9 Mit der „Atlantik-Charta“ vom 14. August 1941 legten der englische Premierminister Winston Churchill und der amerikanische Präsident Franklin Delano Roosevelt den Grundstein für die 1946 gegründeten Vereinten Nationen.10 Die Atlantik-Charta fordert die Entwaffnung von Aggressorstaaten und die Errichtung eines Systems der kollektiven Sicherheit ebenso wie die Gleichberechtigung im Welthandel oder das Selbstbestimmungsrecht der Völker.11

Bei den folgenden Kriegskonferenzen ging es in erster Linie um militärische Abstimmungen der Alliierten untereinander und erst in zweiter um die Nachkriegsregelungen. Auf der Konferenz von Casablanca (14. bis 25. Januar 1943) ist als wichtigste Entscheidung zwischen den USA und Großbritannien die Fortsetzung des Krieges bis zur bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, Italiens und Japans zu nennen.12

Die „Großen Drei“, Churchill, Roosevelt und Stalin, trafen anlässlich der Konferenz von Teheran, vom 28. November bis zum 1. Dezember 1943, erstmalig zusammen. Neben militärischen Aspekten, wie der Invasion in Frankreich, wurde auch eine Reihe anderer Beschlüsse gefasst. Stalin setzte im Prinzip seine territorialen Gewinne aus dem Hitler-Stalin-Pakt13 durch, außerdem wurde die Abtretung des nördlichen Ostpreußen mit Königsberg sowie die Westverschiebung Polens bis zur Oder im Westen und der „Curzon-Linie“14 als neuer Ostgrenze zur Sowjetunion, inklusive der Aus- bzw. Umsiedlung der Deutschen aus den Ostgebieten beschlossen. Österreich sollte wieder selbständig werden. Eine Teilung Deutschlands, die später in eine Einteilung in Besatzungszonen umgewandelt wurde, war zwar beschlossene Sache15, allerdings übergab man die Ausarbeitung der Besatzungszonen an die „Europäische Beratende Kommission“16, die ihr Ergebnis am 12. September 1944 im so genannten „Londoner Protokoll“ veröffentlichte.17

Es folgte nur noch ein weiteres Treffen der drei Staatsoberhäupter vor der Potsdamer Konferenz, auf der Konferenz von Jalta vom 4. bis 11. Februar 1945. Neben einer Einigung über die zu gründende UNO wurden auch Entscheidungen für die deutsche Nachkriegspolitik getroffen und die polnische Ostgrenze endgültig festgelegt.18 In Jalta rückte der englische Premierminister auch von einigen seiner bis dahin verfolgten Pläne ab, da er befürchtete, dass die Sowjetunion in Europa zu mächtig werden würde. Getreu der alten englischen Maxime des Gleichgewichts der Kräfte, der „balance of power“19, speziell in Europa, versuchte er Frankreichs Rolle als europäische Großmacht wiederherzustellen. Gleichzeitig war er gegen die von ihm selbst auf den vorherigen Konferenzen leidenschaftlich propagierte Zerstückelung Deutschlands, um ausreichende Gegengewichte zur Sowjetunion und deren Hegemonialbestrebungen zu schaffen.20

2.2.2. Das Zustandekommen der Potsdamer Konferenz

Durch die Besetzung und die unterschiedlichen Strategien bei der Verwirklichung der jeweils eigenen Kriegsziele der Alliierten kam es zu Problemen und Spannungen zwischen den Alliierten, die einer Lösung bedurften. Zur Klärung der entstandenen Probleme wurde ein weiteres Treffen der drei Staatschefs vereinbart, indes verursachte schon die Festlegung des Termins Unstimmigkeiten, die erst gelöst werden mussten. Während der neue amerikanische Präsident Harry S. Truman21 den 17. Juli vorschlug, war dieser Termin dem englischen Premierminister Churchill zu spät.22 Er befürchtete, dass eine Verhandlung während der Truppenbewegungen, Besetzung neuer Territorien und Rückzüge aus den Besatzungszonen der anderen Alliierten, die jeweils eigene Verhandlungsposition schwächen würde.24 Zugleich wird auch die Vermutung geäußert, dass Stalin durch den späten Termin mehr Zeit für einen „unbeobachteten Abtransport von Kriegsbeute aus Ostdeutschland und Berlin“ bekäme. Nach einer Unterredung mit dem amerikanischen Diplomaten Joseph E. Davis und einem Schreiben Stalins an Churchill, gab Churchill am 6. Juni 1945 seine Einwilligung zu dem von Truman vorgeschlagenen Datum.25

Es herrschte in England eine starke Antipathie gegenüber linksgerichteten Ideologien und dem Kommunismus26, da Russland sich nicht an die Beschlüsse der Krim-Konferenz in Bezug auf Österreich, Polen, Jugoslawien, Rumänien, Bulgarien und die Tschechoslowakei gehalten hat27 um seine eigenen „sicherheitspolitischen“ Interessen zu wahren. So wurde beispielsweise in Rumänien und Bulgarien, ohne konferenzgemäße Rücksprache mit den USA und Großbritannien, die politische Situation zu Russlands Gunsten genutzt, wodurch sich Osteuropa zu einem sowjetischen Einflussbereich ohne westliche Kontrollmöglichkeit entwickelte.28 Bei den der Konferenz vorangegangenen Gesprächen zwischen den USA und Großbritannien wurden nicht nur viele Themen im Vorfeld abgesprochen, es gelang dem englischen Premierminister Churchill außerdem den neuen amerikanischen Präsidenten Harry S. Truman von seiner antisowjetischen Haltung zu überzeugen und auf seine Seite zu ziehen; etwas, das ihm bei dessen Vorgänger Roosevelt nicht gelungen war.

Als am Abend vor der Konferenz die erste Atombombe erfolgreich in New Mexico gezündet wurde, waren alle, Engländer ebenso wie die Amerikaner, überschwänglich glücklich über die neue Wunderwaffe, die sie, nach einigen Diskussionen darüber, ob und wie viel man den Russen von der Waffe erzählen sollte, unbedingt als Trumpf bei der Konferenz einsetzen wollten.29

Die Stimmung unter den „Großen Drei“ änderte sich im Laufe der Kriegskonferenzen. Von der „warmen Verbundenheit“, die bei den Verhandlungen in Teheran und Jalta herrschte, war in Potsdam nicht viel übrig geblieben.30 Bei den ersten Verhandlungen konnten sie unbequeme Probleme der Nachkriegsordnung, bei denen keine schnelle Lösung in Sicht war, verschieben, „schließlich erforderte ihre endgültige Lösung [noch] keine Eile“.31 In Potsdam war dies nicht möglich. Nazideutschland war besiegt, die Verhandlungspartner waren militärisch nicht mehr voneinander abhängig (auch die USA brauchten die UdSSR, dank der Atombombe, im Kampf gegen Japan nicht mehr) und in der Antihitlerkoalition, die schon während der letzten Kriegsphase anfing zu zerfallen, begannen alte und neue Gegensätze wieder in den Vordergrund zu treten.32

Auch während der Konferenz änderte sich die Stimmung noch einmal. Durch die englischen Parlamentswahlen im Juli 1945 wurden die englischen Repräsentanten in Potsdam ausgetauscht. Der neue britische Premierminister Clement Attlee und sein ebenfalls neuer Außenminister Ernest Bevin, der zu den heftigsten Antikommunisten seiner Partei gehörte, waren beide nicht bereit, den Kommunisten große Zugeständnisse zu machen, auch wenn diese Außenpolitik in der öffentlichen Meinung der englischen Arbeiterklasse als indiskutabel galt.33 Da in der UdSSR und dem Westen sozialpolitisch unterschiedliche Systeme herrschten, sind auch Unterschiede in den Kriegszielen bzw. der Nachkriegsregelung und deren Umsetzung nicht verwunderlich.

2.3. Beschlüsse

Viele der in Potsdam gefassten Beschlüsse, gerade auch zur Durchführung der Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Monopolzerschlagung und Demokratisierung, wurden schon in Jalta erörtert, insgesamt angenommen und in den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz nur noch einmal abschließend aufgeführt. In Potsdam tauschte man sich auch über eine Reihe anderer Fragen, beispielsweise über den Krieg gegen Japan, die Kompetenzen der provisorischen Regierung in Österreich, über die Revision des Regimes für die Schwarzmeerengen und über die Haltung zum Franco-Regime, aus.34 Die Beschlüsse von Potsdam beendeten den Zweiten Weltkrieg in Europa und legten das Fundament für die europäische Nachkriegsordnung, auch wenn ein deutscher Friedensvertrag bis heute fehlt.35

2.3.1. Politische Grundsätze

Zur Vorbeugung neuerlicher Großmachtbestrebungen Deutschlands und als wesentliche Grundlage der Demokratieentwicklung war die Auflösung der nationalsozialistischen, zentralistischen Strukturen bei gleichzeitiger Einführung einer lokalen Selbstverwaltung notwendig.36 Dies beinhaltete auch die Aufteilung in Besatzungszonen.

Die Einteilung in die Besatzungszonen und das eigenständige Agieren dieser hat die Teilung Deutschlands indirekt vorbereitet, zumal der „Zusammenhalt zwischen den Besatzungszonen von der Bereitschaft der Besatzungsmächte zur Zusammenarbeit abhängig gemacht wurde“37. Allerdings dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass der Beginn der tatsächlichen Teilung Deutschlands „wohl kaum auf die Potsdamer Konferenz zurückdatiert werden kann“.38

2.3.2. Wirtschaftliche Grundsätze

„Aufbauend auf der gemeinsamen Ansicht der Alliierten, dass die nationalsozialistische Machtergreifung und der Aggressionskrieg Hitlers erst durch die massive Unterstützung des nationalsozialistischen Regimes durch führende Wirtschaftsmonopole in Deutschland möglich geworden war“39, soll diese „straffe Lenkung und Zentralisierung der Wirtschaft“40 im Zuge der Verhinderung neuerlicher wirtschaftlicher „Machtzusammenballungen als Herd neuer Kriegsgefahren sowie als Hindernis für eine friedliche demokratische Neuordnung“41 zerschlagen werden.

2.3.3. Reparationen

Jede Besatzungsmacht sollte ihre Reparationsansprüche an Deutschland aus der eigenen Zone befriedigen, lediglich Russland erhielt nach längeren Diskussionen zusätzliche Leistungen aus den westlichen Zonen.42 Die Alliierten erkannten demnach an, dass Russland die stärksten Zerstörungen erlitten hatte, trotzdem wollten die Westalliierten Deutschland nicht zu stark und zu lange schwächen, sodass die Reparationsregelung für die UdSSR nicht so günstig ausfiel, wie von Stalin erhofft.43 Die USA und Großbritannien plagte die Sorge, dass sie Deutschland langfristig mit Einfuhren versorgen müssten, wenn dieses nicht in der Lage wäre seine Importe selbst zu finanzieren. Die amerikanische und englische Abwendung von den Reparationsplänen der vorherigen Konferenzen war ein Versuch, Deutschland mit einer ausreichenden Wirtschaftskraft wieder als Gegengewicht gegen die beachtliche Zunahme der sowjetischen Stärke in Europa einzusetzen. Gleichzeitig waren, und sind auch heute noch, die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und dem restlichen Europa derartig verflochten, dass ohne eine Genesung der deutschen Wirtschaft auch kaum Hoffnung auf die ökonomische Erholung im restlichen Europa bestand, eine Entwicklung, die sich bereits nach dem ersten Weltkrieg schon einmal gezeigt hatte.44
Die Höhe der jeweils zustehenden Reparationen ist im Potsdamer Abkommen recht vage gehalten, so dass auch hier neue Streitpunkte vorprogrammiert waren, speziell die Formulierung „für die Friedenswirtschaft unnötig“45 war eine solch vage Formulierung.

Hierbei gibt es Parallelen zwischen dem sowjetischen und französischen Verhalten auf der einen und dem angloamerikanischen Verhalten auf der anderen Seite. Während Frankreich und Russland, die beide Opfer deutscher Invasion gewesen waren, ihre Besatzungszonen rücksichtslos ausplünderten, wurde im Vergleich dazu in der britischen bzw. amerikanischen Zone fast nichts demontiert. Die Demontagen der Sowjets, die weit über das Vereinbarte hinausgingen, veranlassten den amerikanischen Oberbefehlshaber, die Potsdamer Beschlüsse ebenfalls zu brechen und seinerseits die Demontagen in seiner Zone für beendet zu erklären sowie die in Potsdam vereinbarten Lieferungen in die UdSSR einzustellen.46 In diesem Punkt brachen also bis auf Großbritannien alle Siegermächte das Potsdamer Abkommen.

2.3.4. Ostgrenze

„Es gibt wohl kein internationales Abkommen, das eingehenderen Untersuchungen, das mehr einander widersprechenden Interpretationen unterzogen worden wäre, als die in Potsdam unterzeichnete Übereinkunft […], insbesondere deren Teil, in dem Polens Westgrenze behandelt wird. Die zu diesem Thema geschriebenen Bücher und Aufsätze gehen in die Hunderte, und die Literatur über diesen Gegenstand wird immer umfangreicher“.47
Schon in Teheran waren sich die Alliierten darüber einig, dass die UdSSR Teile Ostpreußens bekommen sollte, was schon damals bedeutete, dass Polen durch eine Westverschiebung bis zur Oder „beträchtliche“ deutsche Ausgleichsgebiete erhalten sollte. In Jalta wurde dann der genaue Grenzverlauf Polens im Osten und Westen diskutiert und die „Curzon-Linie“ als Polens Ostgrenze akzeptiert. Bei der Westgrenze waren Roosevelt und Churchill nicht bereit, sich sofort auf Stalins Vorschlag der Oder-Neiße-Linie festzulegen. So wurde das Thema schon vor der Potsdamer Konferenz auf eine Friedenskonferenz zur abschließenden Entscheidung vertagt.48

In Potsdam war auch die Diskussion über die polnischen Grenzen eigentlich eine Wiederholung der vorherigen Konferenzen, mit dem entscheidenden Unterschied, dass Stalins „Politik der vollendeten Tatsachen“ dazu geführt hatte, dass in den strittigen Gebieten polnische Verwaltungen etabliert und die Deutschen ausgewiesen waren. Damit waren die strittigen Gebiete faktisch polnisch, eine Tatsache, die trotz anfänglich scharfer westalliierter Kritik nicht mehr geändert und so bis zum „Zwei-Plus-Vier-Vertrag“49 immer wieder zum Teil recht heftig diskutiert wurde. Die DDR hatte die Grenzen anerkannt,50 die BRD wollte sich gerade in ihrer Anfangszeit nicht damit abfinden, auch wenn der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer sich mehr für eine Verbesserung der deutsch-französischen Beziehungen einsetzte.51

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9 Vgl. dazu Fischer, Alexander (Hrsg.): Teheran, Jalta, Potsdam. Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der „Großen Drei“. Köln 1985; Nagel-Kohler, Renate: Die Atlantik-Konferenz im August 1941. München 1967; Holch, Martin: Die Konferenz von Teheran und ihre Vorgeschichte seit Casablanca. Köln 1967; Siegler, Heinrich von: Von der Atlantik-Charta 1941 bis zur Berlin-Sperre 1961. In: Dokumentation zur Deutschlandfrage. Bd. 6. Bonn [u. a.] 1959; Sanakojew, Salva P.; Zybulewski, B. L. (Hrsg.): Teheran, Jalta, Potsdam. Dokumentensammlung. Moskau [u. a.] 1978, S. 33-214.

10 Vgl. dazu Volger, Helmut: Geschichte der Vereinten Nationen. München [u. a.] 1995, S. 1-29; Opitz, Peter J.: Gründung, Aufbau und grundlegende Veränderung der Vereinten Nationen seit 1945. In: Bayrische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit (Hrsg.): Die Vereinten Nationen: Geschichte, Struktur, Perspektiven. München 1995, S. 9 ff.

11 Vgl. dazu Knipping, Franz; Mangoldt, Hans von; Rittberger, Volker (Hrsg.): Vereinte Nationen. In: Das System der Vereinten Nationen und seine Vorläufer: Satzungen und Rechtsakte. Bd. 1. München 1995, S. 3.

12 Vgl. dazu http://www.bpb.de/puplikationen/Pu1LBC,3,0,Der_beginn_der_Bipolarit%E4t.html#art3 entnommen am 10. März 2005 gegen 18:30.

13 Deutsch-Sowjetischer Nichtangriffspakt vom 24.8.1939 mit geheimem Zusatzprotokoll über die Aufteilung Osteuropas, speziell Polens. Quelle: http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/aussenpolitik/nichtangriffspaktsu/index.html entnommen am 7.3. 05 gegen 18:00 Uhr. Vgl. dazu: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Zwei Wege nach Moskau. Vom Hitler-Stalin-Pakt bis zum „Unternehmen Barbarossa“. München [u. a.], 1991, S. 27-36.

14 Die Curzon-Linie (benannt nach dem ehemaligen britischen Diplomaten Lord Curzon) bildet heute die Ostgrenze Polens. Gegenüber Sowjetrussland hatte die Pariser Friedenskonferenz 1919 eine Demarkationslinie (Curzon-Linie) gezogen, bevor es dem polnischen Staat unter Jozef Pilsudski gelang, weite Gebiete, die früher vorläufig von den Bolschewiki besetzt worden waren, zu erobern. Eine Grenze, die Stalin 1941 als die „ethnisch richtige“ bezeichnete. Vgl. hierzu auch: Krim(Jalta)konferenz, S. 253; Am 7.3.2005 gegen 18:00 Uhr folgenden Quellen entnommen: http://www.wsgn.euv-frankfurt-o.de/vc/pageO9.html; http://www.wsgn.uni-ffo.de/fst/band6fst.html; http://www.uni-potsdam.de/u/mrz/mrm/mrm10-8.htm.

15 Vgl. dazu Fischer, S. 80-87.

16 Faust, Fritz: Deutschland als Ganzes: Das Potsdamer Abkommen – und was nach 30 Jahren daraus geworden ist. In: Die politische Meinung: Monatszeitschrift zu Fragen der Zeit. Bd. 21, Heft Nr. 164. Osnabrück, 1976, S. 70; Meissner Boris: Die Potsdamer Konferenz. In: Meissner, Boris [u. a.] (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen. 3. Teil: Rückblick nach 50 Jahren. Wien 1996, S. 13. (Völkerrechtliche Abhandlungen, Bd. 4).

17 Protokoll des Abkommens zwischen den Regierungen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von „Groß-Berlin“. In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Cecilienhof (Hrsg.): Potsdamer Abkommen. Ausgewählte Dokumente zur Deutschlandfrage 1943 – 1949. Berlin 1966, S. 25.

18 Vgl. dazu: Die Konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – Sowjetunion, Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien – auf der Krim. In: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Die Sowjetunion auf internationalen Konferenzen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945. Bd. 4, Die Krim(Jalta)konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – UdSSR, USA und Großbritannien. Berlin 1986, S. 224 f.

19 Mai, Gunter: Das Potsdamer Abkommen und der Alliierte Kontrollrat. In: Timmermann, Heiner (Hrsg.): Potsdam 1945 – Konzept, Taktik, Irrtum? Berlin 1997, S. 376. (Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, Bd. 81).

20 Vgl. dazu Görtemaker, Manfred: Zwischen Krieg und Frieden – Die Potsdamer Konferenz 1945. In: Aus Politik und Zeitgeschichte – Beilage zur Wochenzeitung „Das Parlament“. Nr. 11, 1995. Quelle: http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/artikel.htm entnommen am 11.3.2005 gegen 14:00 Uhr

21 Nach dem Tode des am 12. April 1945 verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt wurde Vizepräsident Harry S. Truman verfassungsgemäß sein Nachfolger.
Vgl. dazu beide am 6.3.05 gegen 16:15 entnommenen Quellen: http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/TrumanHarryS/index.html und http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RooseveltFranklin/index.html

22 Vgl. dazu Faust, Fritz: Das Potsdamer Abkommen und seine völkerrechtliche Bedeutung. Berlin 1964, S. 43f.

23 Vgl. dazu Feis, Herbert: Zwischen Krieg und Frieden – das Potsdamer Abkommen. Frankfurt am Main [u. a.] 1962, S. 130 f.; Faust, völkerrechtliche Bedeutung, S. 45

24 Feis, S. 135.

25 Vgl. Faust, völkerrechtliche Bedeutung, S. 46.

26 Vgl. dazu ebenda, S. 145.

27 Vgl. dazu Feis, S. 147; Sipols, Wilnis J.; Tschelyschew, Igor A.; Belezki, Viktor N.: Jalta – Potsdam: Basis der europäischen Nachkriegsordnung. Berlin 1985, S. 137.

28 Vgl. dazu Feis, S. 146 f.

29 Vgl. dazu ebenda, S. 164.

30 Vgl. dazu ebenda, S. 294.

31 Sipols, S. 10.

32 Vgl. dazu Kegel, Gerhard: Ein Vierteljahrhundert danach – das Potsdamer Abkommen und was aus ihm geworden ist. Berlin 1970, S. 16.

33 Vgl. dazu Kölling, Mirjam: Großbritanniens Weltpolitik. In: Seeber, Eva (Hrsg.): Jahrbuch der Geschichte. Bd. 30, Entscheidung in Europa zur Zeit der volksdemokratischen Revolutionen 1943-1948. Berlin 1984, S. 131 f.

34 Vgl. dazu Wysozki, W.: Potsdam – Ergebnis des Krieges. Das Potsdam der Nachkriegsordnung. In: Das Potsdamer Abkommen und die europäische Sicherheit. Berlin 1970, S. 45 ff. (Deutsche Außenpolitik. 15. Jg. Sonderheft Nr. 3, 1970).

35 Vgl. dazu ebenda, S. 49 und S. 51; Antoni, Michael G. M.: Das Potsdamer Abkommen – Trauma oder Chance? Geltung, Inhalt und staatsrechtliche Bedeutung für Deutschland. Berlin 1985, S. 11 ff. (Völkerrecht und Politik Bd. 13); Erklärung des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik zum 25. Jahrstag des Potsdamer Abkommens am 31. Juli 1970 (Auszug). In: Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. 4., durchgesehene Auflage. Berlin 1984, S. 278.

36 Vgl. dazu Antoni, S. 126.

37 Görtemaker. Abschnitt I.3. Die inhaltliche Vorbereitung der Verhandlung

38 Kraus, Elisabeth: Ministerien für das ganze Deutschland? Der Alliierte Kontrollrat und die Frage gesamtdeutscher Zentralverwaltungen. München, S. 45. (Studien zur Zeitgeschichte, Bd. 37).

39 Antoni, S. 186 f.

40 Vgl. dazu Rabl, Kurt: Die Durchführung der Demokratisierungsbestimmungen des Potsdamer Protokolls in der sowjetrussischen Besatzungszone Deutschlands und später in der DDR. Köln [u. a.] 1970, S. 300 ff. (Zeitschrift für Politik, Jg. 17).

41 Antoni, S. 187.

42 Vgl. dazu Potsdamer Konferenz (Niederschrift der sowjetischen Delegation von den Verhandlungen). In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. Berlin 1984, S. 144-152.

43 Vgl. Görtemaker, Abschnitt I.1. Jalta und die Folgen.

44 Vgl. Görtemaker, Abschnitt I.3. Die inhaltliche Vorbereitung der Verhandlung

45 Siehe gekürzte Version des Potsdamer Abkommens Zeile 190.

46 Vgl. dazu King, Ian: Die Nicht-Umsetzung des Potsdamer Abkommens. In: Timmermann, Heiner (Hrsg.): Potsdam 1945 – Konzept, Taktik, Irrtum? Berlin 1997, S. 396. (Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, Bd. 81).

47 Lachs, Manfred: Die Westgrenze Polens. Recht, Tatsachen, Logik der Geschichte. [Aus dem Englischen übersetzt von Edda Werfel.] Warschau 1967, S. 21.

48 Vgl. dazu Antoni, S. 274 f.

49 Die Wiedervereinigung wurde durch den am 12. September 1990 in Moskau unterzeichneten Zwei-Plus-Vier-Vertrag ermöglicht. Darin wird die Aufgabe der Kontrolle der vier Siegermächte des Zweiten Weltkriegs und die formale Anerkennung der Oder-Neiße-Linie als polnisch-deutsche Ostgrenze vertraglich geregelt.

50 Vgl. dazu: Gärber, Hans (Hrsg.): Potsdamer Abkommen 25 Jahre danach. Schwerin 1970, S. 17.

51 Vgl. auch http://www.bpb.de/publikationen/N1J0MS,0,0,Normalisierung_w%E4re_schon_viel_Essay.html; http://sicherheitspolitik.bundeswehr.de/1/32/4/10.php; http://www.geschichte.uni-freiburg.de/herbert/abe-herbert-Winkler.html entnommen am 16.3.2005 gegen 17:00 Uhr.

3. Ergebnis und Ausblick

3.1. Rechtsnatur des Potsdamer Abkommens

Die Berliner Dreimächtekonferenz im Potsdamer Schloss Cecilienhof52 und ihre Ergebnisse werden oft als „Potsdamer Abkommen“ bezeichnet, wobei es ein solches „Abkommen“ niemals gegeben hat. Über die Konferenz wurde von den Alliierten lediglich ein Kommuniqué, bestehend aus den Protokollen der Konferenz und einer „Presseerklärung“, herausgegeben. Diese ist als Ergänzungsblatt Nr. 1 im Amtsblatt des Kontrollrats in Deutschland veröffentlicht worden und wird allgemein ungenau als „Potsdamer Abkommen“ bezeichnet. „Ungenau“ deshalb, weil die in diesem „Abkommen“ aufgeführten Beschlüsse aufgrund ihrer inhaltlichen Gestaltung rechtlich unterschiedliche Verbindlichkeiten aufweisen. Trotzdem erscheint es zweckmäßig für die Gesamtheit der enthaltenen Beschlüsse die Bezeichnung „Potsdamer Abkommen“ beizubehalten. Juristisch betrachtet ist das Potsdamer Abkommen selbst aber kein völkerrechtlicher Vertrag, sondern lediglich das „Schlusskommuniqué einer Konferenz von drei Mächten“.53 Gleichwohl hat sich das Potsdamer Abkommen als interpretierbar und auslegbar genug erwiesen um auch schwerwiegende völkerrechtliche Zweifel am Potsdamer Abkommen, die besonders von westdeutscher Seite immer wieder geäußert wurden, aufzufangen.54

Die Umsetzung der in Potsdam verkündeten Beschlüsse wurde je nach großpolitischer Ausrichtung mehr oder minder engagiert durchgeführt. Während dieses in den sozialistischen Ländern zum Teil recht dogmatisch geschah, verloren die Besatzungsziele im Westen alsbald an Bedeutung, was teilweise von westlicher Seite sogar eingeräumt wurde.55 Die inhaltliche Bindung an dieses „Abkommen“ wurde, mit Ausnahme Frankreichs, jedoch von allen Alliierten bejaht, speziell die UdSSR bestand auf diese Bindung Deutschlands, wobei nur die DDR diese akzeptierte und sogar Passagen in die Verfassung aufnahm56, die BRD hingegen lehnte jede rechtliche Bindung als „res inter alios acta“57 ab. Zur Klärung dieses Problems schreibt Georg Kotowski in der Buchvorstellung von Fritz Fausts „Das Potsdamer Abkommen und seine völkerrechtliche Bedeutung“ in der Fassung von 1959, dass das Potsdamer Abkommen selbst kein völkerrechtlicher Vertrag sei. Nichtsdestoweniger sei es als Regierungsabkommen, trotz Formlosigkeit und fehlender Ratifikation, für die Unterzeichnerstaaten rechtsverbindlich, zudem wäre es die einzige Rechtsgrundlage für einen Friedensvertrag.58

Als Beispiel für den Wandel der Betrachtungsweise der in Potsdam gefassten Beschlüsse hinsichtlich ihrer Rechtsnatur sei hier der Alliierte Kontrollrat genannt. Gingen die üblichen älteren Auffassungen über die Rechtsstellung der Besatzungsbehörde früher davon aus, dass der Kontrollrat und die Zonenbefehlshaber als Organ der Besatzungsmächte sowohl die völkerrechtliche Okkupationsgewalt, als auch die treuhänderische Regierungsgewalt der nicht mehr handlungsfähigen, aber noch rechtsfähigen bzw. der nicht mehr existierenden deutschen Regierungsstellen bis zum Friedensschluss ausübten, so ist diese Sichtweise heute veraltet und das „geltende Völkerrecht verneint [heute] eine derartige Doppelstellung“59 der alliierten Kontrollbehörde und geht davon aus, dass die „Besatzungsgewalt des Kontrollrates [die] eigene völkerrechtliche Gewalt der Alliierten war.“60 Der Kontrollrat übte folglich nur die völkerrechtliche Besatzungsgewalt, nicht aber die deutsche Staatsgewalt aus.61

3.2. Entwicklung bis zur Teilung Deutschlands und dem Beginn des Kalten Krieges

Da ein Friedensvertrag bis heute ausblieb, hat die Potsdamer Konferenz nachträglich „den Stempel einer Ersatz-Friedensverhandlung aufgedrückt“62 bekommen, auch wenn die Ansichten dazu auseinander gehen.63
Die Literatur und Meinungen zum Potsdamer Abkommen schwankten jahrzehntelang im Zeichen des Ost-West-Gegensatzes und ihrer politischen Tendenzen. Während der Osten Europas die Potsdamer Ergebnisse zum zentralen politisch-juristischen Dokument machte, verloren sie in der westlichen Welt zügig wieder an Bedeutung.64 So gab es in der Bundesrepublik zwei Grundtendenzen zum Potsdamer Abkommen. Bis in die Mitte der 60er Jahre herrschte die ursprüngliche Konzeption vor. Es wurde immer betont, dass es noch keinen Friedensvertrag gegeben habe und gerade die territorialen Belange wurden, wenn auch erfolglos, mit vielerlei juristischen Mitteln versucht zu bekämpfen. Die nachfolgende, spätere Auslegung des Potsdamer Abkommens akzeptierte die „Ersatz-Friedens-Beschlüsse“, da der Osten inzwischen territorial fest etabliert war und auch die Westmächte ihre Zustimmung gegeben hatten. Es wurde nun versucht ein europäisches Sicherheitssystem zu errichten und dem traditionellen Ost-West-Gegensatz vorzubeugen.65

Die Formulierungen in diesem „Abkommen“ sind in vielen Fällen unbestimmt und vage. Sie ließen vielerlei Möglichkeiten der praktischen Durchführung und waren damit erste Anzeichen für die stärker werdenden Spannungen zwischen den Ost- und Westalliierten. Weitere Anzeichen für den Zerfall der Kriegsallianz waren die langen und immer öfter ergebnislosen oder mit fruchtlosen Kompromissen endenden Verhandlungen im Alliierten Kontrollrat und im Rat der Außenminister. Beide Räte sollten die Beschlüsse der Potsdamer Konferenz in praktische Politik umsetzten und zerbrachen letztendlich an den Meinungsverschiedenheiten.66 Die Teilung Deutschlands und Europas, bedingt durch die unterschiedlichen herrschenden Systeme und deutschlandpolitischen Ziele, schritt voran und das Konfliktpotential des Ost-West-Gegensatzes wurde zum bestimmenden Moment der internationalen Beziehungen. Diese Meinungsverschiedenheiten und die antikommunistische Grundstimmung in weiten Teilen der amerikanischen Bevölkerung führten auch zu einer Wende der amerikanischen Außenpolitik, speziell der amerikanischen Deutschlandpolitik. In seiner „Stuttgarter Rede“ vom 6. September 1946 wirft der amerikanische Außenminister James F. Byrnes dem Alliierten Kontrollrat vor, versagt zu haben. Er träfe nicht die notwendigen Maßnahmen um als Wirtschaftseinheit zu arbeiten. Auch die ausdrücklich verlangten Zentralverwaltungsstellen seien nicht geschaffen worden. Er präzisierte auch den Standpunkt der USA zur Oder-Neiße-Grenze, was den russischen Außenminister Molotow dazu veranlasste, zu bemerken, dass der „historische Beschluss […] über die Westgrenze Polens […] von niemandem erschüttert werden“67 könne.

Die UdSSR unterstützten in der Potsdamer Folgezeit „nationale Befreiungsbewegungen“ in Griechenland, Ägypten, der gesamten arabischen Welt und Indien wodurch die britische Regierung ihre Sicherheitsinteressen bedroht sah. Auch die Unterstützung der kommunistischen Parteien in Paris und London wurde als Bestätigung für die antikommunistische Linie des Westens angesehen. Ausschlaggebend für das immer schlechter werdende Verhältnis zwischen den Siegermächten war die „Sowjetisierung Osteuropas“68, da die Rote Armee, entgegen den Potsdamer Beschlüssen, keine freien und demokratischen Wahlen in Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien zuließ. Die Kommunisten festigten durch Einschüchterung der Bevölkerung, Schauprozesse, Wahlterror, Zwangsvereinigungen der sozialdemokratischen und kommunistischen Parteien ihre Position.69 Als letztes Land wurde 1948 die Tschechoslowakei durch einen kommunistischen Staatsstreich mit sowjetischer Unterstützung in das politisch-ökonomische Herrschaftssystem Moskaus einbezogen.70

In der sowjetischen Besatzungszone vollzog sich die „Sowjetisierung“ allerdings deutlich langsamer als in den anderen Gebieten mit Volksdemokratien. Anscheinend schloss Stalin bis zum Marshall-Plan 1947 eine Einigung mit den Westmächten nicht völlig aus.71 Die Einführung der sowjetischen „Demokratievariante“ in ihrer Besatzungszone führte zu Spannungen zwischen den Alliierten, da die Westmächte eine komplett andere Vorstellung von Demokratie hatten. Wollte der Westen ein Mehrparteiensystem, bei dem die Parteien um die Gunst der Wähler buhlen, ein System mit freier Rede und Gewaltenteilung, so wurde im Osten etwas vollkommen anderes geplant, mit einer Partei, die statt als Opposition zu fungieren, den Herrschern die Treue schwor. Walter Ulbrich schärfte bei der Organisation der neuen Verwaltung seinen Kollegen ein, dass es „demokratisch aussehen“ müsse, sie aber „alles in der Hand haben“ müssen.72
Der Westen reagierte auf die Ausweitung des Kommunismus in bekannter Weise: Als Oppositionsführer im britischen Unterhaus forderte Winston Churchill den Westen in seiner Rede vom 5. März 1946 auf, sich zu einem engen militärischen Bündnis zusammenzuschließen und sprach von einem „Eisernen Vorhang“73, der Europa geteilt hatte. Truman machte im März 1947 die „Eindämmung“ und das „Zurückdrängen“ des Kommunismus und der Sowjetunion zum Grundprinzip der amerikanischen Außenpolitik (Truman-Doktrin).74 Als Antwort darauf gründete Stalin ebenfalls noch im Jahr 1947 das „Kommunistische Informationsbüro“ zur weltweiten Steuerung der kommunistischen Parteien unter Leitung der KPdSU. Als die USA 1948 den „Marschall-Plan“, ein Wiederaufbauprogramm für Europa, begannen, warf ihnen die UdSSR vor, die Potsdamer Beschlüsse zu sabotieren75 und verbot gleichzeitig den osteuropäischen Ländern die auch ihnen angebotene Hilfe anzunehmen. Mit dem Marshall-Plan hatte die USA ihren radikalen Kurswechsel in ihrem Verhältnis zur Sowjetunion vollzogen.76 Aber nicht nur die UdSSR warf dem Westen vor, sich nicht an die Potsdamer Beschlüsse zu halten, auch in den USA gab es Stimmen, die sich kritisch zu Ergebnissen der Umsetzung der Potsdamer Beschlüsse, speziell zu den Bereichen der Denazifizierung und der Demokratisierung, äußerten.77

Da die Sowjetunion, trotz der amerikanischen Atombombe und anfangs ohne ein sowjetisches Pendant, ein eindeutiges militärisches Übergewicht auf dem europäischen Kontinent hatte, gaben die britische und die französische Regierung den Anstoß zu einem gemeinsamen Nordatlantischen Verteidigungssystem unter Mitwirkung der USA, das am 4. April 1949 als „NATO“ (North Atlantic Treaty Organization) vor dem Ende der sowjetischen Berlin-Blockade im September 1949 gegründet wurde.78 Und das, obwohl auch in Frankreich kommunistische Züge vorherrschend waren, Frankreich noch immer seinen Großmachtstatus zurückzugewinnen hoffte und eigentlich immer versuchte, außenpolitische Unabhängigkeit zu demonstrieren. So hatte Frankreich schon im Jahre 1944 einen Bestandspakt mit Moskau unterzeichnet, der unter anderem gegen eine erneute Bedrohung durch Deutschland gerichtet war und gleichzeitig die Teilnahme an einer Koalition gegen den Vertragspartner ablehnte.79

Damit war die Spaltung Europas endgültig und der Kalte Krieg, ein Austausch der amerikanischen Feindbilder von den besiegten Achsenmächten zur Sowjetunion als dem „kommunistisch[…] Bösen“80, hatte begonnen.

Abschließend lässt sich sagen, dass es nicht das Potsdamer Abkommen war, das zur Teilung Europas und Deutschlands geführt hat, sondern sie wurde schon während des Zweiten Weltkrieges von der alliierten Deutschlandpolitik gefördert.81 Das vom Westen propagierte Russlandbild ist, durch die rasche Sowjetisierung und das Verlassen des Kontrollrates, nicht allein schuld an der Teilung. Auch die Westmächte, hierbei speziell Frankreich und seine Blockadepolitik im Kontrollrat sowie die Abkapselung der eigenen Zone bzw. der Forderung nach einer Abtrennung des Ruhrgebietes, haben ihren Teil dazu beigetragen.82
Diese (Nach-)Kriegspolitik und die damit verbundene Teilung Europas wurde erst mit dem deutschen Einigungsprozess und dem am 12. September 1990 geschlossenen „Vertrag über die abschließende Regelung in Bezug auf Deutschland“83 endgültig beendet.

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52 Die Quellen geben unterschiedliche Schreibweisen vom Schloss Cecilienhof an. Ich verwende die der Mehrheit der verwendeten Quellen sowie die der Postanschrift der „Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Schloss Cecilienhof“ entsprechende Schreibweise.

53 Meissner, S. 12; Fiedler, Wilfried: Die völkerrechtlichen Präzedenzwirkungen des Potsdamer Abkommens für die Entwicklung des allgemeinen Völkerrechts. In: Timmermann, Heiner (Hrsg.): Potsdam 1945 – Konzept, Taktik, Irrtum? Berlin 1997, S. 297. (Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, Bd. 81); http://www.uni-potsdam.de/u/geschichte/artikel.htm entnommen am 7.2.2005 um 10:45 Uhr.

54 Vgl. dazu Fiedler, S. 296.

55 Vgl. dazu ebenda, S. 298.

56 Vgl. dazu auch Wysozki, S. 49; Gärber, Hans (Hrsg.): Potsdamer Abkommen 25 Jahre danach. Schwerin 1970, S. 7 f.

57 Wysozki, S. 297. Gemäß dem Völkerrecht dürfen Verträge zwischen Staaten nicht zu Lasten eines dritten Staates gehen.

58 Vgl. dazu Kotowski, Georg: Fritz Faust, Das Potsdamer Abkommen. In: Historische Zeitschrift. Bd. 193. München 1961, S 257 f.

59 Kraus, S. 61 f.

60 Ebenda.

61 Vgl. dazu ebenda.

62 Vgl. dazu Menzel, Eberhard: Das Potsdamer Abkommen und die Ostpolitik der Bundesregierung. In: Potsdam und die deutsche Frage. Köln 1970, S. 115.

63 Deuerlein, Ernst: Kein Ersatz-Friedensvertrag: Das Potsdamer Abkommen – 25 Jahre danach. In: Politische Meinung: Monatszeitschrift zu Fragen der Zeit. Bd. 15, Heft Nr. 130. Osnabrück 1970, S. 12.

64 Vgl. dazu Fiedler, S. 293.

65 Vgl. dazu Menzel, S. 115 ff.

66 Vgl. dazu Faust, völkerrechtliche Bedeutung, S. 108-111 und S. 115-117.

67 Zitiert in: Deuerlein, Ernst: Auslegung und Vollzug des Potsdamer Abkommens. In: Potsdam und die deutsche Frage. Köln 1970, S. 37 ff.

68 Wettin, Gerhard: Stalins Deutschlandpolitik. S. 24 f.; O’Sullivan, Donal: „Wer immer ein Gebiet besetzt…“ Sowjetische Osteuropapolitik 1943-1947/48. S. 49 f., S. 79 ff. Beide in: Creuzberger, Stefan; Görtemaker, Manfred: Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944-1949. Paderborn 2002.

69 Vgl. hierzu beispielsweise Burger, Ulrich: Von der Zusammenarbeit über die Konfrontation zur Auflösung. Die Strategie der Kommunisten in Rumänien zur Gleichschaltung des Parteiensystems zwischen 1944 und 1948. In: Creuzberger, Stefan; Görtemaker, Manfred: Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944-1949. Paderborn 2002, S. 123-165.

70 Vgl. dazu Kocian, Jirí: Vom Kaschauer Programm zum Prager Putsch. Die politischen Parteien in der Tschechoslowakei 1944-1948. In: Creuzberger, Stefan; Görtemaker, Manfred: Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944-1949. Paderborn 2002, S. 316 f.

71 Vgl. dazu Meissner, S. 24.

72 Zitiert in: King, S. 397.

73 Churchill war zu diesem Zeitpunkt Oppositionsführer im britischen Unterhaus und hielt seine Rede nach Absprache und in Gegenwart des amerikanischen Präsidenten Truman in Fulton (Missouri/USA). Vgl. dazu Glassl, Horst: Die Potsdamer Konferenz und das gegenwärtige Zwischeneuropa. In: Meissner, Boris [u. a.] (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen. 3. Teil: Rückblick nach 50 Jahren. Wien 1996, S. 181. (Völkerrechtliche Abhandlungen, Bd. 4).

74 In seiner Rede vor dem amerikanischen Kongress am 12. März 1947 forderte Präsident Truman die Bereitstellung von 400 Millionen Dollar zur Unterstützung Griechenlands und der Türkei, wodurch verhindert werden sollte, dass kommunistische Kräfte im griechischen Bürgerkrieg die Macht an sich reißen konnten. Die antikommunistische Rhetorik traf im Kongress, der ihm erst kurz zuvor seine Militärausgaben zusammengekürzt hatte, und in der amerikanischen Öffentlichkeit auf eine weit verbreitete Überzeugung von der Bedrohung der Welt durch den Kommunismus.

75 Vgl. dazu Sipols, S. 136.

76 Vgl. dazu Mai, S. 389 f.

77 Vgl. dazu Hentschke, Felicitas: Demokratisierung als Ziel der amerikanischen Besatzungspolitik in Deutschland und Japan. 1943-1947. Münster 2001, S. 198 f. (Studien zu Geschichte, Politik und Gesellschaft Nordamerikas, Bd. 16).

78 Vgl. dazu Wiggershaus, Norbert: Nordatlantische Bedrohungsperzeption im „Kalten Krieg“ 1948-1956. In: Maier, Klaus A. (Hrsg.): Das Nordatlantische Bündnis 1949-1956. München 1993, S. 17-37. (Beiträge zur Militärgeschichte, Bd. 37); Schwabe, Klaus: Bündnispolitik und Integration 1949-1956. In: Maier, Klaus A. (Hrsg.): Das Nordatlantische Bündnis 1949-1956. München 1993, S. 71-78. (Beiträge zur Militärgeschichte. Bd. 37).

79 Vgl. dazu Kölling, S. 131.

80 Hentschke, S. 263.

81 Vgl. dazu Meissner, S. 25.

82 Vgl. dazu King, S. 394 ff.

83 Gemeint ist der „Zwei-Plus-Vier-Vertrag“.

4. Quellen und Literatur

4.1. Quellen

Die Konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – Sowjetunion, Vereinigte Staaten von Amerika und Großbritannien – auf der Krim. In: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Die Sowjetunion auf internationalen Konferenzen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945. Bd. 4: Die Krim(Jalta)konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – UdSSR, USA und Großbritannien. Berlin 1986, S. 224 f.

Erklärung des Ministerrates der Deutschen Demokratischen Republik zum 25. Jahrstag des Potsdamer Abkommens am 31. Juli 1970 (Auszug). In: Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. Berlin 1984, S. 278.

Mitteilung über die Dreimächtekonferenz von Berlin. 2. August 1945. In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. 4., durchgesehene Auflage. Berlin 1984, S. 182-196.

Potsdamer Konferenz (Niederschrift der sowjetischen Delegation von den Verhandlungen). In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens (Hrsg.): Das Potsdamer Abkommen, Dokumentensammlung. 4., durchgesehene Auflage. Berlin 1984, S. 144-152.

Protokoll des Abkommens zwischen den Regierungen der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, der Vereinigten Staaten von Amerika und des Vereinigten Königreichs über die Besatzungszonen in Deutschland und die Verwaltung von „Groß-Berlin“. In: Historische Gedenkstätte des Potsdamer Abkommens Cecilienhof (Hrsg.): Potsdamer Abkommen. Ausgewählte Dokumente zur Deutschlandfrage 1943 – 1949. Berlin 1966, S. 25.

Protokoll über die Arbeit der Krimkonferenz. In: Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der UdSSR (Hrsg.): Die Sowjetunion auf internationalen Konferenzen während des Großen Vaterländischen Krieges 1941 bis 1945. Bd. 4, Die Krim(Jalta)konferenz der höchsten Repräsentanten der drei alliierten Mächte – UdSSR, USA und Großbritannien. Berlin 1986, S. 229-234, 253.

4.2. Literatur (Auswahlbibliographie)

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Burger, Ulrich: Von der Zusammenarbeit über die Konfrontation zur Auflösung. Die Strategie der Kommunisten in Rumänien zur Gleichschaltung des Parteiensystems zwischen 1944 und 1948. In: Creuzberger, Stefan; Görtemaker, Manfred: Gleichschaltung unter Stalin? Die Entwicklung der Parteien im östlichen Europa 1944-1949. Paderborn 2002, S. 123-165.

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4.3. Internet

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http://www.wsgn.uni-ffo.de/fst/band6fst.html am 7.3.2005 gegen 18:00 Uhr entnommen.

5. Anhang

Die für diese Seminararbeit verwendete gekürzte Quelle bitte der Extradatei entnehmen (als pdf).