Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz und der Dreißigjährige Krieg

(28. März 2007; Note: 1,0; Proseminar „Der Dreißigjährige Krieg“; Historisches Institut, Uni Rostock; Dozent: PD Dr. Stefan Kroll)?

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz, dem Führer der Protestantischen Union, dem König von Böhmen, dem „Winterkönig“, und soll seine Motive für sein persönliches Handeln und seinen Beitrag zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges beleuchten.

Es gibt nur wenige Biographien zu Friedrich V., da viele Quellen vernichtet sind und der verbliebene Rest sich auf viele Archive in Europa verteilt, so dass die Lebensgeschichte, die Motive und Hintergründe nur schwer zu recherchieren sind.[1] Die Mehrheit der Historiker beschreibt den Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz als eine geistig schwache und von seinen Räten abhängige Person und folgt damit der Charakterisierung, die Friedrich Schiller in seiner „Geschichte des dreißigjährigen Kriegs“ prägte. Ebenso erstaunlich ist, dass bei den Arbeiten über Friedrich V. hauptsächlich die Jahre als böhmischer König im Mittelpunkt des Interesses stehen und sich nur sehr wenige Arbeiten mit seinem Leben davor oder danach beschäftigen. Auch bei den Betrachtungen der kurpfälzischen Politik stehen in der Regel die Berater und nicht der Kurfürst selbst im Mittelpunkt. Erst durch die 2003 von Peter Wolf geleitete Landesausstellung über Friedrich V. in Amberg sowie die Monografien von Brennan Pursell und Peter Bilhöfer scheint sich dieses langsam zu ändern.

[1] Bilhöfer, Peter: Nicht gegen Ehre und Gewissen. Friedrich V., Kurfürst von der Pfalz – der Winterkönig von Böhmen. Heidelberg 2004, S. 19.

2. Kurzbiographie von Friedrich V.

Friedrich V. (* 26.8.1596 in Amberg, † 29.11.1632 in Mainz) war der älteste Sohn von Kurfürst Friedrich IV. von der Pfalz (1574-1610) und Louise Juliane (1576-1644), der Tochter des Ersten Generalstatthalters der Vereinigten Niederlande, Fürst Wilhelm I. von Nassau-Oranien und dessen Gemahlin Charlotte von Bourbon-Montpensier. Er erhielt am Hof seines Onkels Herzog Henri de Bouillon in Sedan neben einer dogmatisch religiösen Ausbildung auch all jenes höfische Wissen vermittelt, das ein damaliger Staatsmann und Stellvertreter des Kaisers benötigte.

Nach dem Tode seines Vaters folgte ein Vormundschaftsstreit, da Friedrich IV. die Goldene Bulle von 1536 und weitere geltende Gesetze missachtete und per Testament statt des gesetzlichen Vormundes, dem lutherischen Pfalzgrafen von Neuburg, den kalvinistischen Johann II. von Pfalz-Zweibrücken als Vormund und damit als Interimsregierung bestimmte. Nach mehrjährigen Verhandlungen heiratete Friedrich V. 1613 Elisabeth Stuart, die Tochter des englischen Königs Jakob I. Nach seinem Regierungsantritt 1614 überließ der junge und politisch unerfahrene Friedrich V., wie schon sein Vater, seinem wichtigsten Berater Christian I. von Anhalt-Bernburg die Masse der politischen Entscheidungen, wobei die verwendete Literatur keinen Aufschluss darüber gibt, wie viel Friedrich von der in seinem Namen betriebenen Politik tatsächlich wusste.

Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz war als primus inter pares der ranghöchste weltliche Kurfürst und Stellvertreter des Kaisers. Zusammen mit dem Kurfürsten von Sachsen bildete er die Interimsregierung zwischen dem Tod eines Kaisers bis zur der Wahl seines Nachfolgers. Gleichzeitig war Friedrich V. der Führer der Protestantischen Union.

Nach seiner Wahl zum böhmischen König siedelte Friedrich V. im Oktober 1619 nach Prag um, von wo er nach der verlorenen Schlacht am Weißen Berg (8.11.1620) mit seiner Familie über Schlesien nach Brandenburg floh. Als sie dort im Januar 1621 ankamen, quittierte Christian von Anhalt seinen Dienst und noch im selben Monat verhängte der Kaiser die Reichsacht über Friedrich V., so dass dieser in die Niederlande fliehen musste. Kurz darauf löste sich auch die Protestantische Union auf. Nach dem Verlust seiner Erblande und seiner Kurwürde, die 1623 an seinen Vetter Herzog Maximilian I. von Bayern übergingen, zog sich Friedrich V. ins Privatleben zurück und überließ seinen Beratern, allen voran Ludwig Camerarius, das politische Tagesgeschäft der Exilregierung.

Da er keine militärische Macht aufbringen konnte, versuchte er auf ebenso friedliche wie erfolglose Weise seine Kurwürde zurückzuerlangen und entschuldigte sich 1630 anlässlich des Regensburger Reichstags sogar schriftlich beim Kaiser. Als der schwedische König Gustav II. Adolf 1631 in den Dreißigjährigen Krieg eingriff, sah Friedrich seine große Chance, die sich allerdings aufgrund der für Friedrich inakzeptablen schwedischen Bedingungen ebenfalls nicht erfüllte. Nach der Eroberung Münchens im Gefolge von Gustav II. Adolf von Schweden verstarb Friedrich auf der Rückreise in die Niederlande am 29.11.1632 an einer Pestinfektion in Mainz. Seine sterblichen Überreste gingen bei der Überführung nach Sedan aufgrund der Kriegswirren irgendwo zwischen Metz und Sedan verloren.[2]

[2] Vgl. dazu: Bilhöfer, Peter: „Außer Zweifel ein hoch verständiger Herr und tapferer Kavalier“ Friedrich V. von der Pfalz – eine biographische Skizze. In: Wolf, Peter [Hrsg.]: Der Winterkönig. Friedrich von der Pfalz. Bayern und Europa im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Stuttgart 2003, S. 19-30; Bilhöfer, Peter: Die letzten Jahre des Winterkönigs. In: Stadtarchiv Amberg [Hrsg.]: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Vortragsreihe des Stadtarchivs Amberg zur Landesausstellung 2003. Amberg 2004, S. 50 ff.; Frese, Annette; Hepp, Frieder; Ludwig, Renate [Hrsg.]: Der Winterkönig. Heidelberg zwischen höfischer Pracht und Dreißigjährigem Krieg. Remshalden 2004, S. 11 f.; Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]: Allgemeine deutsche Biographie. Bd. 7. Leipzig 1878, S. 621 ff.; Historische Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]: Neue deutsche Biografie. Bd. 5. Berlin 1961, S. 535; Killy, Walter [Hrsg.]: Deutsche biographische Enzyklopädie. Darmstadt 1996, S. 467 f.; Tecke, Annelise: Die kurpfälzische Politik und der Ausbruch des dreißigjährigen Krieges. Hamburg 1931, S. 100 f.; Wolf, Peter [Hrsg.]: Der Winterkönig. Friedrich von der Pfalz. Bayern und Europa im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Stuttgart 2003, S. 12 ff.

3. Die Situation in Europa zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges

3.1 Die europäischen Länder

Der Dreißigjährige Krieg war keine lokal begrenzte Angelegenheit und auf die enge Verflechtung der beteiligten europäischen Mächte miteinander sowie die Verflechtung von Staat und Religion muss an dieser Stelle anhand einiger Beispiele kurz eingegangen werden, da fast alle europäischen Fürsten miteinander verwandt waren.

An dieser Stelle sei, stellvertretend für das Haus Habsburg, Spanien erwähnt, das ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch die Kolonien, die Reconquista, die Inquisition und durch unnachgiebige Politik eine politische und geistliche Führungsrolle in Europa einnahm. Deshalb wurde den spanischen Habsburgern von den Protestanten immer wieder vorgeworfen eine „Universalmonarchie“ anzustreben.[3] Der geheime Oñate-Vertrag von 1617 zwischen den beiden habsburgischen Linien Spanien und Österreich scheint dieses zu bestätigen, begründete er doch nicht nur ein beinahe dreißigjähriges Aktionsbündnis, sondern regelte gleichzeitig auch die Erbansprüche auf den Kaiserthron und teilte Europa unter den beiden Mächten auf.[4]

England betrieb unter Königin Elisabeth I. eine konsequent antihabsburgische Politik, die sich speziell gegen Spanien richtete, die aber nach der Regierungsübernahme durch Jakob I. 1603 nicht fortgesetzt wurde. Stattdessen wurde 1604 ein Friedensvertrag mit Spanien geschlossen, was zu dauerhaften Problemen zwischen dem englischen König und seinem Parlament führte, das die Unterstützung der niederländischen und deutschen Protestanten forderte. Aufgrund dieser Streitigkeiten zog sich England in der folgenden Zeit immer mehr aus der Politik des Festlands zurück.[5]

Wenig später begann auch das katholische Frankreich eine antihabsburgischen Politik zu betreiben und die Protestanten zu unterstützen, da sich Frankreich durch die Verbindung der spanischen und österreichischen Habsburger eingekreist fühlte. Aber gleichzeitig wurde die französische Außenpolitik durch das Misstrauen zwischen den Parteien und den Religionen bis zum Edikt von Nantes (1598) gelähmt. Die guten Beziehungen zur Pfalz, die seit dem spanisch-französischen Krieg von 1587 bestanden, kühlten nach der Konvertierung des Heinrichs IV. zum Katholizismus zwar deutlich ab, aber trotzdem blieb der französische König seiner antihabsburgischen Politik treu und unterstütze die kalvinistischen Stände im Jülich-klevischen Erbfolgestreit. Und vor Beginn des Dreißigjährigen Krieges sicherte Frankreich den Niederlanden, Dänemark und Schweden ebenfalls Hilfe zu und unterstütze diese Gegner Habsburgs auch finanziell.[6]

Zwischen den abtrünnigen niederländischen Provinzen und dem katholischen Spanien gab es einen insgesamt achtzigjährigen Krieg, den Spanien aufgrund der Freundschafts- und Unterstützungsverträgen der protestantischen Generalstaaten mit England, Frankreich, Brandenburg und der Pfalz nicht gewinnen konnte. In den Jahren 1609 bis 1621 herrschte ein Waffenstillstand, der die niederländischen Generalstände nicht daran hinderte antihabsburgische Verträge mit den Türken (1611), mit der Pfalz (1613) und Schweden (1614) abzuschließen.[7]

Die Schweden versuchten zu dieser Zeit ein schwedisches Großreich in Skandinavien zu etablieren. Da aber Dänemark nicht nur die dominierende Macht im Ostseeraum war, sondern auch Südschweden kontrollierte, versuchte der schwedische König seinen Einflussbereich auf die Gebiete hinter den Dänen auszuweiten, um von dort, als Gegenleistung für seine Hilfe, die benötigte Unterstützung für seine Pläne zu erhalten.[8]

Das Heilige Römische Reich hatte begonnen, sich in viele kleine Territorien und Länder aufzuspalten, die allesamt politische Macht beanspruchten und ausübten. Diese politischen Aktivitäten liefen oft auch der kaiserlichen Politik zuwider und je politisch selbständiger ein Territorium also wurde, desto größer wurde damit auch sein Einfluss auf die Vorgeschichte des Dreißigjährigen Krieges. Das beste Beispiel dafür ist die Pfalz, welche die aktivste Politik betrieb und auch den letzten Anstoß zum Ausbruch des Krieges gab.[9]

[3] Barudio, Günter: Der teutsche Krieg 1618-1648. Frankfurt a. M. 1985, S. 34 ff.

[4]Vgl. dazu: Burkhardt, Johannes: Der Dreißigjährige Krieg, S. 38 f.; Kraus, Andreas: Maximilian I. Bayerns großer Kurfürst. Köln [u. a.] 1990, S. 90; Parker, Geoffrey: Der Dreißigjährige Krieg. Aus dem Englischen von Udo Rennert. Frankfurt a. M. 1987, S. 105 f.; Press, Volker: Kriege und Krisen. Deutschland 1600-1715. (Neue deutsche Geschichte, Bd. 5). München 1991, S. 189; Tecke, Annelise: Die Kurpfälzische Politik und der Ausbruch des dreißigjährigen Krieges. Hamburg 1931, S. 102 f.

[5]Vgl. dazu: Häusser, Ludwig: Geschichte der rheinischen Pfalz nach ihren politischen, kirchlichen und literarischen Verhältnissen. Unveränderter Neudruck der Erstausgabe von 1845. Heidelberg 1924, S. 364 f.; Tecke, S. 98 f.; Wedgwood, Cicely V.: Der dreißigjährige Krieg. Aus dem Englischen von A. G. Girschick. München 1996, S. 26.

[6]Vgl. dazu: Barudio, S. 41 ff.; Burkhardt, S. 43 ff.; Parker, S. 89; Tecke, S. 10 f.; Wedgwood, S. 22.

[7]Vgl. dazu: Burkhardt, S. 69 ff.; Parker, S. 61 und 107 f.; Wedgwood, S. 23.

[8]Vgl. dazu: Barudio, S. 45; Burkhardt, S. 51 ff.

[9]Vgl. dazu: Schormann, Gerhard: Der Dreißigjährige Krieg. (Kleine Vandenhoeck-Reihe, Bd. 1506). Göttingen 1993, S. 9; Tecke, S. 12; Wedgwood, S. 30 f.

3.2 Pfalz und Protestantische Union

Seit dem Wechsel der Pfalz vom Luthertum zum Kalvinismus unter Friedrich III. versuchten sich die beiden protestantischen Glaubensrichtungen voneinander abzugrenzen.[10] Gleichzeitig war die Pfalz von der Existenz eines internationalen katholischen Bündnisses gegen den Protestantismus überzeugt. Diesem Bündnis konnte man nach pfälzischer Meinung nur mit einem internationalen protestantischen Bündnis begegnen. Aber speziell das reichs- und kaiserloyale Kursachsen behinderte dieses nach Kräften, indem es versuchte die Pfalz politisch zu isolieren, was die pfälzischen Staatsmänner zwar durch immer kompliziertere Politik ausglichen, aber dabei vertieften sie durch ihre traditionell antihabsburgische Politik viele Konflikte im Reich.[11]

Der Heidelberger Hof war schon seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts eines der wichtigsten kalvinistischen Zentren. Friedrichs Berater, allen voran Christian I. von Anhalt-Bernburg und seine Protegés Ludwig Camerarius und die Brüder Christoph und Achatius von Dohna waren auch schon unter Friedrichs Vater an den Hof gekommen und hatten dort, aufgrund der Schwäche Friedrichs IV., als Berater die nahezu uneingeschränkte Kontrolle über die Außenpolitik.[12] Und seit seiner ergebnislosen Audienz beim Kaiser, bei der er die protestantischen Probleme (spanische Truppen am Niederrhein, Jülich-klevischer Erbfolgestreit, Gegenreformation) lösen wollte, war Christian von Anhalt, wie viele andere Fürsten im Reich, von einem baldigen großen Krieg überzeugt. Daher drängte die Pfalz auf ein protestantisches Bündnis, das aber erst nach der Okkupation der Reichsstadt Donauwörth durch den bayerischen Herzog Maximilian I. gegründet wurde. Um nun der eigenen Konfession eine noch bessere Position zu verschaffen, betrieb der kurpfälzische Berater Christian I. eine sehr aktive, eigenständige und zum Teil konfuse Reichspolitik, durch die es zu gravierenden Fehleinschätzungen der eigenen Macht und Stärke und dem beinahe Austritt einiger Unionsmitglieder kam.[13]

[10]Wolgast, Eike: Reformierte Konfession und Politik im 16. Jahrhundert. Studien zur Geschichte der Kurpfalz im Reformationszeitalter (Schriften der Philosophisch-historischen Klasse der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, Bd. 10). Heidelberg 1998, S. 38 ff.

[11]Vgl. dazu: Parker, S. 87 f.; Tecke, S. 12; Wolgast, S. 93.

[12]Vgl. dazu: Parker, S. 87; Press, S. 164; Pursell, Brennan C.: The Winter King. Frederick V of the Palatinate and the coming of the Thirty Year’s War. Aldershot 2003, S. 20 f.

[13]Vgl. dazu: Häusser, S. 260; Parker, S. 88 ff. und 95 f.; Press, S. 166 f.; Tecke, S. 71 ff.; Wolgast, S. 94 ff.

3.3 Verschärfung der konfessionellen Gegensätze

Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 wurde von vielen als ungerecht empfunden, viele fühlten sich übergangen und benachteiligt. Dementsprechend hielt sich auch kaum jemand an die geschlossenen Vereinbarungen. Da die Religion auf katholischer und protestantischer Seite aber nicht nur eine theologische, sondern in gleichem Maße eine politische Angelegenheit war, wurde diese Entwicklung durch die an Bedeutung gewinnenden Territorialmächte unterstützt.[14]

Ein wichtiger Konfliktpunkt war hierbei der Vierklösterstreit um die Säkularisierung von vier Klöstern, die nach dem katholischen Verständnis des Augsburger Religionsfriedens von 1555 verboten, nach protestantischer Lesart hingegen erlaubt war. Es folgte ein Rechtsstreit vor dem Reichskammergericht, der zur Lahmlegung der Reichsjustiz führte.[15]

Ein weiterer Konfliktherd war der Streit um die Reichsstadt Donauwörth. Nachdem die Protestanten die katholische Minderheit wiederholt in der im Augsburger Religionsfrieden garantierten Ausübung ihrer Religion behindert hatten, hatte Kaiser Rudolf II. 1607 die Reichsacht über die Stadt verhängt und sie vom bayerischen Herzog Maximilian I. besetzen lassen. Auch der Regensburger Reichstag von 1608 löste das Problem nicht und so ist dieser Konflikt eine der Ursachen für die Gründung der Protestantischen Union am 14. Mai 1608, der 1609 dann die Katholische Liga folgte.[16]

Der Jülich-klevische Erbfolgestreit ist das wohl beste Beispiel für die machtpolitischen und konfessionellen Verstrickungen der europäischen Länder und ihrer Potentaten. Bei dem Streit ging es um das strategisch wertvolle Territorium des Herzogs Johann Wilhelm von Jülich, um widersprüchliche kaiserliche Entscheidungen und die konkurrierenden Interessen mehrerer europäischer Mächte. Erst nach militärischen Aktionen kam es 1614 mit dem Vertrag von Xanten zu einer Einigung, nicht aber zum Ende der Streitigkeiten, da die nun geteilten Gebiete die konfessionelle Minderheit im jeweils anderen Gebiet unterstützten.[17]

Dass ein großer Krieg bevorstand, war vielen Fürsten im Heiligen Römischen Reich und in den angrenzenden Ländern klar und auch hierbei schaukelten sich wieder Protestanten und Katholiken gegenseitig hoch. Das ging so weit, dass sie ab 1601 anfingen, sich nicht mehr den Entscheidungen des Reichskammergerichtes zu unterwerfen oder gar dem Reichstag fernblieben. Da bei den Reichstagen einstimmige Ergebnisse erzielt werden mussten, führte insbesondere die unterschiedliche religiöse Auffassung zur Lähmung der Reichsinstitutionen.[18]

[14]Vgl. dazu: Schormann, S. 13 ff.; Schmidt, S. 22; Tecke, S. 9 f.; Willomeit, Dietmar: Religionsrecht im Heiligen Römischen Reich zwischen Mittelalter und Aufklärung. In: Hoffmann, Carl A. [u. a.] [Hrsg.]: Als Frieden möglich war. 450 Jahre Augsburger Religionsfrieden. Begleitband zur Ausstellung im Maximilianmuseum Augsburg. Regensburg 2005, S. 45 ff.

[15]Vgl. dazu: Bireley, Robert: The Thirty Years’ War as Germany’s Religious War. In: Repgen, Konrad [Hrsg.]: Krieg und Politik 1618-1648. Europäische Probleme und Perspektiven. München 1988, S. 87; Heckel, Martin: Deutschland im konfessionellen Zeitalter. (Deutsche Geschichte, Bd. 5). Göttingen 1983, S. 89 ff.; Klueting, Harm: Das konfessionelle Zeitalter 1525-1648. Stuttgart 1989, S. 320; Press, S. 162.

[16]Vgl. dazu: Heckel, Zeitalter, S. 96 ff.; Klueting, S. 320; Press, S. 165 f.; Schmidt, Georg: Der Dreißigjährige Krieg. München 1996, S. 22 f.

[17]Vgl. dazu: Klueting, S. 321 ff.; Parker, S. 93 f.; Press, S. 174 ff.

[18]Parker, S. 72 ff.

4. Friedrichs Wirken 1614 bis 1623

4.1 Friedrichs Aktivitäten vor der Annahme der Wenzelskrone

Direkt nach seiner Hochzeit und damit noch vor seiner Volljährigkeit, war Friedrich V. im März 1613 bei der Unterzeichnung des von seinen Räten ausgehandelten Defensivbündnisses zwischen den niederländischen Generalstaaten und der Pfalz zugegen. Kaum hatte er dann im August 1614 die Regierungsgeschäfte offiziell von seinem Vormund, Johann II. von Pfalz-Zweibrücken, der wegen des eigenmächtigen und dominanten Regierungsstils der Heidelberger Räte schon im April zurückgetreten war, übernommen, schlichtete er Konflikte in Frankfurt, Braunschweig und Landau. In der Reichsstadt Worms beendete er mit einer militärischen Machtdemonstration die Übergriffe der Bürgerschaft auf die dortigen Juden, auch wenn er dieses Vorgehen nachträglich vom Kaiser genehmigen lassen musste. Durch Friedrichs Bemühen entspannte sich auch das Verhältnis zum Mainzer Kurfürsten, welches speziell im Jahre 1614 wichtig war, als pfälzische Truppen Kurmainzer Gebiet verletzten, um pfälzischen Untertanen nach jahrelangen wirkungslosen Protesten vor den Schnellverfahren bei den Hexenverfolgungen im Dorf Bodenheim zu bewahren.[19]

Auch als Bauherr betätigte sich der junge Kurfürst. So ließ er die Festungen Frankenthal und Mannheim ausbauen, den Hortus Palatinus anlegen, für seine Gattin das Elisabethentor bauen und den Witwensitz seiner Mutter vergrößern.[20]

Sein wichtigster Berater in politischen Belangen war der mit großen Freiheiten ausgestattete Fürst Christian I. von Anhalt-Bernburg, während sich Hofmarschall Hans Meinhard von Schönberg um sein privates Umfeld kümmerte.[21]

[19]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 48 ff.; Häusser, S. 282 ff.

[20]Bilhöfer, Ehre, S. 52 ff.

[21]Ebenda, S. 59.

4.2 Königswahl in Böhmen

In Böhmen fand die Reformation immer mehr Anhänger und Kaiser Rudolf II. trieb nach anfänglichen Zugeständnissen die Gegenreformation vehement voran. Die Kollegs des Jesuitenordens entwickelten sich zu intellektuellen Zentren der Gegenreformation und mit der Einrichtung der Reformationskommission wurde eine Behörde geschaffen, die die Gegenreformation auch gewaltsam durchsetzte.[22] 1608 wurde Erzherzog Matthias von den ungarischen Ständen zum neuen ungarischen König gewählt, der im Gegenzug dem Adel und den Städten vollständige Religionsfreiheit gewähren musste. Da die Ungarn dieses erreicht hatten, erzwangen die Böhmen dasselbe bei ihrem König Rudolf II., der den böhmischen Ständen im Juli 1609 im Majestätsbrief nicht nur ständische Privilegien, sondern auch die Religionsfreiheit garantierte. Für die böhmischen Stände war der Majestätsbrief ein Sieg, für den sie seit dem hussitischen Aufstand im 15. Jahrhundert gekämpft hatten. Obwohl Rudolf II. dieses Zugeständnis gemacht hatte, versuchte er es zu unterminieren und wurde 1611 von den böhmischen Ständen durch seinen Bruder Matthias ersetzt, nachdem dieser den Majestätsbrief anerkannt hatte.[23] Der 1612 auch zum Kaiser gewählte Matthias schaffte es aber nicht die Probleme in Böhmen zu lösen, wodurch die böhmischen Ständekämpfe weitergingen und schließlich zum Prager Fenstersturz im Mai 1618 führten.[24]

Das gesamte Umfeld von Friedrich V. war davon überzeugt, dass die katholische Seite alles unternahm, um den Protestantismus auszurotten. Daher sahen sie den Protestantismus speziell durch den bereits 1617 von den böhmischen Ständen gewählten böhmischen Thronfolger Erzherzog Ferdinand von Steiermark und dessen rigoroser Gegenreformation bedroht und bekundeten in Prag lautstark ihre Sympathien für die Aktivitäten der böhmischen Stände, denen Ferdinand plötzlich nicht mehr geheuer war. Aufgrund dieser Sympathiebekundungen wurden die pfälzischen Vertreter in Prag bereits im November 1618 von den Plänen der Absetzung des böhmischen Königs unterrichtet, wobei auch schon Überlegungen über Friedrich V. als dessen Nachfolger angestellt wurden. Gleichzeitig baten die böhmischen Stände die Pfalz um ein Gutachten über konfessionelle Gründe für eine Absetzung. Als Friedrichs Schwiegervater, Jakob I., von diesen Plänen erfuhr, war er gegen eine mögliche Annahme der Wenzelskrone durch Friedrich V. Aber diese Information verschwieg die Pfalz den Böhmen.[25]

Als Kaiser Matthias dann am 20. März 1619 starb, wurde Ferdinand zum neuen böhmischen König gewählt und beanspruchte damit auch die böhmische Kurstimme, die seinen Anspruch auf den Kaiserthron untermauern sollte.[26] Als dann trotz aller böhmischen Proteste der Regierungswechsel in Prag vollzogen wurde, beschloss der seit Anfang Juli tagende böhmische Generallandtag eine grundlegende Revision der böhmischen Verfassung. Dessen Mitglieder gaben sich mit der Konföderationsakte mehr Selbständigkeit und gleichzeitig auch die Möglichkeit zur Absetzung des Königs, was am 19. August 1619 dann auch in die Tat umgesetzt wurde. Aus den daran anschließenden Beratungen über die Nachfolge Ferdinands auf dem Königsthron ging am 26. August 1619 der Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz als Sieger, unter anderem gegen den Kurfürsten von Sachsen, hervor. Da Friedrich, wie die meisten Kurfürsten, nicht selbst zum Kurfürstentag nach Frankfurt gefahren, sondern in Amberg geblieben war, erhielt er die Nachricht von seiner Wahl zum böhmischen König am Tage der Kaiserwahl, dem 28. August 1619. Für die Wahl der böhmischen Stände waren sowohl Überlegungen zur Zugehörigkeit Friedrichs zum Protestantismus, der Führungsposition in der Protestantischen Union, seine weitreichenden familiären Kontakte zu europäischen Herrscherhäusern als auch seine Kurwürde ausschlaggebend gewesen.[27]

[22]Vgl. dazu: Klueting, S. 315 ff.; Parker, S. 63 ff.; Press, S. 167 f.; Schormann, S. 20.

[23]Vgl. dazu: Barudio, S. 29; Klueting, S. 317 f.; Parker, S. 68 ff. und 174; Press, S. 171 ff.; Prinz, Friedrich [Hrsg.]: Deutsche Geschichte im Osten Europas. Böhmen und Mähren. Berlin 1993, S. 197 ff.; Schormann, S. 21 f.; Tecke, S. 75 f.

[24]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 60f.; Press, S. 184 ff.; Schmidt, S. 28; Sturmberger, Hans: Aufstand in Böhmen. Der Beginn des Dreißigjährigen Krieges. München 1959, S. 28 f.

[25]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 61 ff.; Findeisen, Jörg: Der Dreißigjährige Krieg. Eine Epoche in Lebensbildern. Graz [u. a.] 1998, S. 80; Wedgwood, S. 68 ff.

[26]Vgl. dazu: Barudio, S. 33; Häusser, S. 293 f.

[27]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 66 ff.; Häusser, S. 304 f.; Klueting, S. 318; Kraus, S. 99 ff.; Press, S. 196; Richter, Karl: Die böhmischen Länder von 1471-1740. In: Bosl, Karl [Hrsg.]: Handbuch der Geschichte der böhmischen Länder. Bd. 2: Die böhmischen Länder von der Hochblüte der Ständeherrschaft bis zum Erwachen eines modernen Nationalbewusstseins. Stuttgart 1974, S. 275 f.; Schmidt, S. 29; Sturmberger, S. 49 f.; Winter, Georg: Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. In: Onken, Wilhelm [Hrsg.]: Allgemeine Geschichte in Einzeldarstellungen. Dritte Hauptabteilung, dritter Theil, zweite Hälfte. Berlin 1893, S. 202 f.; Wedgwood, S. 48 f. und S. 86; Wolf, Peter: Der Griff nach der böhmischen Krone. Motive und Hintergründe. In: Stadtarchiv Amberg [Hrsg.]: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Vortragsreihe des Stadtarchivs Amberg zur Landesausstellung 2003. Amberg 2004, S. 89.

4.3 Kaiserwahl im HRR

Sobald ein Kaiser starb, musste in der Wahlmonarchie des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation ein neuer Kaiser gewählt werden. Bis dahin befand sich das Reich im Interregnum, welches von den Kurfürsten Sachsens und der Pfalz als Vikariat ausgeführt wurde. Nach dem Tode des kinderlosen Matthias war Ferdinand von Steiermark, gemäß des Oñate-Vertrags zwischen den österreichischen und spanischen Linien der Habsburger, der neue habsburgische Kandidat für die Kaiserkrone. Trotzdem war Ferdinand sowohl bei den Protestanten als auch in seiner eigenen Familie, aufgrund seiner Abhängigkeit vom Jesuitenorden, die ihn eher zum religiösen Fanatismus als zu einer ausgeglichenen Politik führte, und den böhmischen Protesten, nicht unumstritten. Die Protestanten und seine gemäßigten, zum Frieden tendierenden katholischen Verwandten befürchteten, dass er versuchen werde die anderen Konfessionen im Reich zu beseitigen, so wie er die Protestanten in seinen Erblanden nahezu vollständig vertrieben hatte.[28] Da es aber keinen Gegenkandidaten gab, half auch die aktive Politik von Friedrich und Christian von Anhalt nicht gegen die Wahl Ferdinands. Alle, denen die Kaiserkrone angeboten wurde, unter ihnen auch der dänische König, der Herzog von Savoyen, der Kurfürst von Sachsen und der Herzog von Bayern, lehnten aus fehlendem Selbstvertrauen in die eigene Macht oder aus Loyalität zum Hause Habsburg dankend ab. Auch die Beschwerde der im Juli 1619 extra zum Kurfürstentag nach Frankfurt gereisten böhmischen Stände, änderte nichts. Die geistlichen Kurfürsten zweifelten nicht an der Rechtmäßigkeit von Ferdinands böhmischer Kurstimme und waren nicht bereit sie ihm abzuerkennen. Dieses hätte einen Stimmengleichstand zwischen den Anhängern Habsburgs und der pfälzischen Sache bedeutet und hätte damit als einziges Mittel die Wahl Ferdinands zum neuen Kaiser gefährden können. Nachdem aber all dieses nicht geschah, stimmte am 28. August 1619 der pfälzische Gesandte gemäß seinen Anweisungen mit der Mehrheit, so dass Ferdinand einstimmig zum neuen Kaiser gewählt wurde. Mit dieser Wahl wurde aus dem ursprünglich böhmisch-habsburgischen ein europäischer Konflikt.[29]

[28]Vgl. dazu: Barudio, S. 101; Parker; S. 103 und 119 ff.; Tecke 102 f.; Wedgwood, S. 52 ff.; Winter, S. 191 ff.

[29]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S. 22 ff.; Bilhöfer, Ehre, S. 66; Häusser, S. 297 ff.; Kraus, S. 89; Pursell, S. 65 ff.; Wedgwood, S. 86 f.; Winter, S. 195 ff.

4.4 Begründung Friedrichs V. zur Annahme der böhmischen Krone

Bis heute sind, trotz neuer Arbeiten, Friedrichs Motive und sein persönlicher Anteil an der pfälzischen Politik im Vorfeld der böhmischen Königswahl unklar. Als gesichert gilt jedoch, dass Friedrich bis zur Annahme der Wenzelskrone alle Entscheidungen im Einvernehmen mit seinem englischen Schwiegervater und seinem Berater Christian I. von Anhalt getroffen hat. Bei dieser Entscheidung zögerte er jedoch lange und entschied sich dann für den Rat Christians I. und gegen den seines Schwiegervaters.[30]

Nachdem Friedrich von seiner Wahl erfahren hatte, war er sich nicht sicher, ob er „moralisch berechtigt sei“[31] und ihm „bangte […] vor der Entscheidung“[32], immerhin waren die Aufständischen in Böhmen für viele nur einfache Rebellen. Und so tat er das einzig Richtige, er fragte um Rat. Die Antworten aber waren höchst unterschiedlich, die Unionsmitglieder und auch der Heidelberger Oberrat kamen zu keinem klaren Ergebnis. Die Interessen der einzelnen Personen waren einfach zu verschieden, während die einen, unter ihnen auch Heinrich von Bouillon, ihren persönlichen Vorteil sahen, fürchteten die anderen den Kampf gegen Ferdinand und die damit verbundenen möglichen Repressionen. Es war ihnen allen nicht einmal möglich sich auf die gemeinsame, unbedingte Unterstützung Ferdinands zu verständigen. Der Herzog von Savoyen und die Generalstaaten machten ihre Unterstützung von der positiven Entscheidung des englischen Königs abhängig und sein Vetter Maximilian drohte ihm ganz offen mit einer militärischen Intervention im Falle der Annahme der Krone.[33]

Friedrich versuchte England umzustimmen und für das pfälzische Engagement in Böhmen zu begeistern, aber Jakob I. warnte vor den Konsequenzen und erklärte außerdem, dass ihm die finanziellen Mittel zur Unterstützung der pfälzischen Unternehmung fehlen würden. Er pochte auf eine diplomatische Lösung, die er mit Spaniens Hilfe erarbeiten wollte.[34]

Obwohl Friedrich also von fast allen Rats- und Unionsmitgliedern sowie dem Kaiser und seinem Vetter Maximilian I. von Bayern von der Annahme der Wenzelskrone abgeraten wurde, nahm er am 28. September 1619 die Wahl offiziell an. In den Briefen an Verwandte begründete er seine Entscheidung mit einer göttlichen Berufung, der er sich nicht verweigern dürfe. Nach der Inthronisation Friedrichs veröffentlichte Ludwig Camerarius die offizielle pfälzische Position zur Annahme der Krone. Neben einer Wiederholung des historischen Hintergrundes beinhaltete sie die Zurückweisung jeglicher privater Interessen Friedrichs und wiederholte dessen göttliche Berufung. Gleichzeitig wurden die neuen Untertanen mit dem Versprechen der Religionsfreiheit zur Loyalität aufgerufen.[35]

[30]Bilhöfer, Ehre, S. 68 ff.

[31]Findeisen, S. 81.

[32]Winter, S. 203.

[33]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 70; Häusser, S. 308 ff.; Kraus, S. 101 f.; Pursell, S. 76 ff.; Wedgwood, S. 89; Winter, S. 203 ff.

[34]Bilhöfer, Ehre, S. 65.

[35]Vgl. dazu: Ebenda, S. 72 ff.; Findeisen, S. 81; Häusser, S. 308 ff.; Parker, S. 122; Pursell, S. 65; Wedgwood, S. 89.

4.5 Friedrichs Wirken nach der Annahme der Wenzelskrone

Auf der Reise nach Prag hatte Friedrich das kaiserliche Angebot, auf einem Reichstag alle protestantischen Probleme zu lösen, wenn er die böhmische Krone nicht annehme, ausgeschlagen.[36] Nach der Inthronisation wuchsen dann die innenpolitischen Probleme, da nicht nur der böhmische Staatshaushalt maroder war als befürchtet, sondern auch das Regieren der Böhmen schwieriger war als gedacht. Denn es gab nicht nur eine ständische Opposition, sondern auch eine Sprachbarriere zwischen dem Monarchen und seinem neuen Volk.[37]

Durch seinen Willen zur Verbreitung des Kalvinismus erlaubte er seinem Hofprediger Abraham Scultetus im Dezember 1619 einen Bildersturm im Prager St.-Veits-Dom. Für die mehrheitlich katholische Bevölkerung war jedoch die Zerstörung von Altären, Plastiken, Bildern und Reliquien, unter ihnen auch Kreuze und Gräber, ein Sakrileg. Die daraus resultierende Missstimmung wurde durch die von ihm garantierte Glaubensfreiheit, durch die Nichtbefolgung des Majestätsbriefes aufgrund der Ernennung seines ältesten Sohnes zum Thronfolger, durch den französischen Lebensstil, die neu eingeführte allgemeine Wehrpflicht und die Steuererhöhungen weiter verstärkt. Mit einer Huldigungsreise versuchte Friedrich die Wogen zu glätten, aber da er nicht überall empfangen wurde, wurde damit seine Legitimität offen in Frage gestellt.[38]

Nach dem Bündnis mit Bethlen Gabor wurde 1620 vergeblich versucht auch mit dem türkischen Sultan Osman II ein Bündnis zu schließen, was aber einen gewaltigen Imageschaden für die pfälzischen Herrscher bedeutete.[39]

Ende August 1620 stand ein Teil der kaiserlichen Truppen an der böhmischen Grenze und Friedrich V. wurde aufgefordert sich friedlich zu unterwerfen. Friedrich V. lehnte aber unter Berufung auf die rechtskräftige Wahl und dem Einwand, die böhmische Sache habe nicht mit der kaiserlichen Autorität sondern nur mit dem Hause Habsburg zu tun, ab.[40] Der in militärischen Dingen unerfahrene Friedrich war während der Schlacht am Weißen Berg nicht bei seinen Truppen, sondern in der Stadt Prag, um die englischen Gesandten und damit seinen Schwiegervater zum Einlenken zu bewegen. Nach der Schlacht bezweifelte Friedrich die Wirksamkeit des Prager Widerstandes und die Sorge um seine hochschwangere Frau trieb ihn und die englischen Gesandten dazu die unhaltbare Stadt zu verlassen.[41]

Auf seiner Flucht suchte Friedrich Hilfe bei den schlesischen Ständen, die sie ihm aber verweigerten. In Brandenburg gab es zwar ebenfalls keine Hilfe, aber wenigstens durften sie hier verweilen, während Elisabeth ihren Sohn Moritz zur Welt brachte. Hier quittierte auch Christian von Anhalt seinen Dienst bei Friedrich V. Am 29. Januar 1621 verhängt der Kaiser auf Bestreben von Maximilian I. von Bayern und in einem juristisch anfechtbaren Verfahren die Reichsacht über Friedrich. Im März ging es dann weiter ins niederländische Exil, wo sie von Prinz Moritz empfangen wurden.[42]

1622 reist Friedrich heimlich über Calais und Paris in die Pfalz, wo er sich bemühte die inzwischen aufgelöste Protestantische Union wieder zu beleben. Aber die Bemühungen blieben ebenso erfolglos wie die seiner Truppen die pfälzischen Erblande zu halten. Er kehrte ins Exil zurück und im Februar 1623 erkannte Kaiser Ferdinand II. ihm seine Kurwürde ab und übertrug sie ad personam auf Friedrichs Vetter und seinen Schwager Maximilian I. von Bayern.[43]

[36]Bilhöfer, Ehre, S. 73 f.

[37]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S. 24; Bilhöfer, Ehre, S. 81 f.

[38]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S. 24 f.; Bilhöfer, Ehre, S. 86 f.; Häusser, S. 318; Historische Commission bei der Königlichen Akademie der Wissenschaften [Hrsg.]: Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 7. Leipzig 1878, S. 626; Kraus, S. 99 ff.; Hartmann, Peter C.: Religion und Kultur bei Calvinisten, Katholiken und Lutheranern im 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. In: Stadtarchiv Amberg [Hrsg.]: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Vortragsreihe des Stadtarchivs Amberg zur Landsausstellung 2003. Amberg 2004, S. 63; Pursell, S. 95 f.; Wedgwood, S. 106 f.; Wolf, Griff, S. 93 ff.; Wolf, Winterkönig, S. 13.

[39]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 88; Häusser, S. 323.

[40]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 89; Häusser, S. 329; Pursell, S. 103.

[41]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S.25; Bilhöfer, Ehre, S. 91 ff.; Häusser, S. 333 ff.; Wedgwood, S. 112 f.

[42]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S. 25; Bilhöfer, Ehre, S. 96; Häusser, S. 336 ff.; Kaiser, Michael: Gegen den „proscribierten Pfalzgrafen“. Die negative Pfalzpolitik Maximilians I. von Bayern im Dreißigjährigen Krieg. In: Wolf, Peter [Hrsg.]: Der Winterkönig. Friedrich von der Pfalz. Bayern und Europa im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges. Stuttgart 2003, S. 122; Kraus, S. 118; Repgen, Konrad: Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede. Studien und Quellen. Paderborn [u. a.] 1998, S. 294; Wedgwood, S. 119 f.

[43]Vgl. dazu: Bilhöfer, Außer Zweifel, S. 25 f.; Kaiser, Michael: Im Kampf um die Kur und die obere Pfalz. Maximilian von Bayern und seine Politik gegen Friedrich V. von der Pfalz. In: Stadtarchiv Amberg [Hrsg.]: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Vortragreihe des Stadtarchivs Amberg zur Landesausstellung 2003. Amberg 2004, S. 36; Repgen, Studien und Quellen, S. 294; Wedgwood, S. 142.

5. Ergebnis und Ausblick

Im Heiligen Römischen Reich herrschte ein Dualismus von Reichs- und Ständeverfassungen und zweier konkurrierenden Konfessionen. Daraus resultierte ein empfindliches System, auf dem die Politik und die Sicherheit im Reich beruhten und durch welches sich in diesem konfessionellen Zeitalter die Stände- oder Religionskonflikte, nach dem Scheitern friedlicher Einigungsversuche oder Reichsexekutionen, schnell zu überregionalen Konflikten ausweiteten.[44] Der junge kalvinistische Kurfürst Friedrich V. von der Pfalz ist hierbei besonders bemerkenswert, da er einige Widersprüche in sich vereinigte. Er war der Stellvertreter des katholischen Kaisers und gleichzeitig Führer der Protestantischen Union und durch seine weitreichenden familiären Verbindungen war er ein ernstzunehmender politischer Akteur, aber gleichzeitig beschäftigte er sich mit vielen Dingen nicht selbst, sondern ließ seinen Beratern freie Hand.

Die Motive und der persönliche Anteil Friedrichs V. sind bis heute umstritten, daran ändern auch die neuen Arbeiten nichts. Obwohl besonders Peter Bilhöfer und Brennan C. Pursell sehr umfangreiche Quellenarbeit geleistet haben, bleibt die Quellenlage dürftig, da viele Quellen von den Adressaten selbst oder durch die Kriegswirren vernichtet wurden und somit ist auch nicht mehr mit gravierenden Änderungen zu rechnen. Das Zögern Friedrichs die böhmische Krone anzunehmen und sich von möglichst vielen Seiten Rat zu holen, kann man entgegen früherer Meinungen nicht als Leichtfertigkeit abstempeln.[45] Das er sich für die Meinung der Minderheit seiner Berater entschied, ist jedoch durchaus unter diesem Aspekt diskutierbar.

Überzeugt wurde Friedrich vermutlich durch seine engsten Berater, allen voran Christian I. von Anhalt, die seit Generationen antihabsburgische Politik der Pfalz, die Angst vor einer „papistischen Weltverschwörung“[46], die religiöse Überzeugung den Kalvinismus voranbringen zu müssen und profane, merkantile Vorteile zur Sanierung der durch den französischen Lebensstil angeschlagenen pfälzischen Kassen.[47] Die Legende, dass seine Frau ihn überredet habe die Krone anzunehmen, weil sie selbst Königin werden wollte, ist inzwischen widerlegt. Aber die dynastischen Streitereien innerhalb der Wittelsbacher Linie, also zwischen Heidelberg, München und Neuburg, würden mit der böhmischen Königskrone zu Gunsten des Heidelbergers Friedrich V. entschieden.[48]

Friedrichs wichtigster Berater war der Statthalter der Oberpfalz, Christian I. von Anhalt-Bernburg und er war gleichzeitig auch Unternehmer in der Montan- und Rüstungsindustrie. Diese Tatsache sollte bei der Betrachtung der Ursachen für die Annahme der böhmischen Königskrone ebenfalls beachtet werden, denn Böhmen galt als das florierende Zentrum des Erzbergbaus, während die Oberpfalz in diesem Bereich langsam an Bedeutung verlor. Diese von Peter Wolf veröffentlichte Information gibt eine neue Sicht auf mögliche Beweggründe Christians. Leider belegte Wolf seine These nicht mit handfesten Beweisen.[49]

Wozu sich die verwendete Literatur allerdings überhaupt nicht äußert, sind eventuelle Überlegungen Friedrichs bezüglich der Vereinigung zweier Kurstimmen auf seine Person und der damit verbunden Verschiebung der Mehrheit im Kurkollegium zugunsten der Protestanten. Lediglich Kraus schreibt in seiner Maximilian-Biografie, dass die Katholiken dieses nicht zulassen konnten.[50] Trotzdem ist diese Überlegung nicht von der Hand zu weisen und wird sicherlich auch die Überlegungen von Friedrichs Beratern beeinflusst haben. Wie weit Friedrich V. aber in ihre Pläne eingeweiht war und falls er davon wusste, wie weit diese ihn beeinflusst haben, ist unbekannt. Wie viel Friedrich V., von dem was er verkündete, selbst glaubte oder wie viel davon durch seine religiöse Ausbildung oder die konfessionell geprägten Gepflogenheiten der damaligen Zeit beeinflusst wurde, ist ebenfalls unbekannt.[51] Bedenkenswert ist in diesem Kontext jedoch, dass die Generation vor dem Dreißigjährigen Krieg deutlich religiöser als ihre Vorgänger war. Die Religion wurde nicht nur bei den politikfernen Massen sondern auch bei den Gebildeten zum Meinungsbildner.[52] Friedrich V. blieb bis zu seinem Lebensende bei der Version, die er auch schon Anfang März 1621 vor dem niedersächsischen Konvent kundgetan hatte. Er habe die Krone nicht aus privaten Gründen ergriffen, sondern „um der ‚allzusehr überhand nehmenden Spanischen Gewalt’“ zu begegnen und damit das „Haus Österreich die Römische Cron nit uff sich perpetuieren [könne] und [so] die sehr angefochtene Evangel. Religion in etwas mehrer sicherheit“[53] zu bringen.

[44]Heckel, Martin: Die Krise der Religionsverfassung des Reiches und die Anfänge des Dreißigjährigen Krieges. In: Repgen, Konrad [Hrsg.]: Krieg und Politik 1618-1648. Europäische Probleme und Perspektiven. München 1988, S. 108 ff.

[45]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 71; Wolf, Griff, S. 99.

[46]Hepp, Frieder: Auf dem Gipfel der Macht: Die Residenzstadt Heidelberg unter Friedrich V. In: Stadtarchiv Amberg [Hrsg.]: Der Winterkönig. Königlicher Glanz in Amberg. Vortragsreihe des Stadtarchivs Amberg zur Landsausstellung 2003. Amberg 2004, S. 83.

[47]Vgl. dazu: Häusser, S. 312; Pursell, S. 290; Wolf, Griff, S. 99.

[48]Vgl. dazu: Hepp, Gipfel, S. 82; Pursell, S. 17; Wolf, Griff, S. 88.

[49]Wolf, Griff, S. 92 ff.

[50]Kraus, S. 102.

[61]Vgl. dazu: Bilhöfer, Ehre, S. 81; Findeisen, S. 81.

[52]Wedgwood, S. 15.

[53]Bilhöfer, Ehre, S. 99.

6. Literatur (Auswahlbibliographie)

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