Darstellungsprinzipien der Res Gestae II. – Ethnographie – Perser als Gegenwelt

(23. Februar 2010; Note: 1,5; Proseminar „Was bedeutet Geschichtsschreibung? Ammianus Marcellinus und das Imperium Romanum“; Heinrich-Schliemann-Institut für Altertumswissenschaften, Uni Rostock; Dozent: Prof. S. Mratschek, W. Manzek)

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielstellung

Diese Hausarbeit soll Ammianus Marcellinus Darstellung der Perser in den Res Gestae herausarbeiten und versuchen die Frage zu beantworten, warum er die Perser nicht wie alle anderen nichtrömischen Völker als Barbaren bezeichnet.

Für Historiker gehören die von Militär aufgezeichneten und von den zeitgenössischen Autoren verfassten Beschreibungen von Ländern, Landschaften und Völkern zu den besten und verlässlichsten Daten über die nichtrömischen Völker. Als Beispiele seien an dieser Stelle nur der Gallische Krieg von Caesar oder die Perserbeschreibung von Ammian genannt.[1] Ammian beschreibt die Perser in einem 88 Paragraphen umfassenden ethnographischen Exkurs[2], dem ausführlichsten Exkurs in seinen Res Gestae. Dabei benutzt er, wie schon andere antike Autoren vor ihm, die Informationen über andere Länder, Gebiete und Menschen zur Lesermotivation, zur Schaffung einer Atmosphäre, um in den Lesern und Zuhörern eigene, aber von Ammian gelenkte, Assoziationen zu wecken und um gleichzeitig die römischen Taten bzw. die seines Helden Julian größer und die Niederlagen als unumgänglich erscheinen zu lassen und natürlich auch um sein eigenes Wissen, seinen Bildungsvorsprung gegenüber dem Publikum zu präsentieren.

Der um 330 n. Chr. vermutlich in Antiochia geborene Ammianus Marcellinus[3] beschreibt sich selbst als einen ehemaligen Soldaten und Griechen, der in seinen 31 Büchern der Res Gestae die Wahrheit berichte.[4] Über Ammian selbst ist gar nicht so viel bekannt und auch seine Res Gestae überliefern wenig Autobiographisches.[5] Bekannt ist, dass er nicht nur ein einfacher Soldat, sondern Offizier und protector domesticus unter dem Heermeister Ursicinus war, mit dem er unter anderem nach Köln, Gallien oder Amida zog. Ammianus beschrieb die Geschichte von der Herrschaft Nervas bis zum Untergang Valens. Und auch wenn von seinen 31 Büchern die ersten 13 Bücher verloren sind, so ist der verbliebene Rest doch immer noch die beste zusammenhängende historiographische Schrift der Spätantike und knüpft nicht nur zeitlich direkt an die Annalen des Tacitus an.[6]/a>

2. Perser und Barbaren – eine Kurzvorstellung

Bevor auf die historischen Darstellungen der Perser näher eingegangen werden kann, müssen für diese Hausarbeit noch zwei wichtige Dinge geklärt werden. Erstens, wer waren die Barbaren und zweitens, wer waren die Perser?

Unter Barbaren verstanden die Griechen, als Begründer dieses Begriffs, ursprünglich alle nicht griechisch sprechenden Völker, als eine rein ethnologische Abgrenzung zur eigenen Kultur. Herodot vergleicht zwar die Sprache der Barbaren mit unverständlichen Tierlauten[7] und eröffnet damit auch eine große Liste negativer Topoi mit animalischen Vorurteilen, wie Feigheit, Treulosigkeit, Hinterlist, Wildheit und ähnlichem, aber gleichzeitig rühmt er beispielsweise die Kultur der Ägypter, die für ihn ja ebenfalls Barbaren sind. Als die Römer den Begriff übernahmen, nutzten sie ihn ursprünglich als reine Selbstbezeichnung, um sich von den Griechen abzugrenzen. Mit der römischen Expansion änderte sich dann das römische Barbarenbild und schließlich wurden alle nichtrömischen Völker, mit Ausnahme der Griechen, unter diesem Begriff zusammengefasst. Der Begriff „Barbaren“ wurde zu einem dauerhaften, stereotypen und negativ besetzten Charakter und beschreibt das bis heute gültige Überlegenheitsgefühl des Westens über den Osten bzw. über fremde Kulturen, auch wenn die Barbaren von den Römern weiterhin als (Grenz-)Soldaten für die eigene Sache eingesetzt wurden.[8]

Doch kommen wir nun zu den Persern: Für die meisten Althistoriker spielten die Sassaniden lange Zeit nur die Rolle der Gegenspieler zu den Griechen oder Römern, weshalb hauptsächlich im Zusammenhang mit den militärischen Auseinandersetzungen über sie berichtet wird und auch dann meist nur in den Themenbereichen Militär (Bewaffnung, Taktik, Festungsbau) und Diplomatik.[9] Für die Römer waren die Perser der Inbegriff des nicht-römischen, es war reich und luxuriös, wurde als verweichlicht und gewalttätig angesehen. Das ist zwar keine römische Sichtweise, aber gerade wegen dieses Hintergrunds versuchen die westlichen Geschichtsschreiber in den von ihnen hinterlassenen Quellen die jeweils andere Seite schlecht aussehen zu lassen. Leider kann im knappen Rahmen dieser Hausarbeit nur auf einige wenige Autoren eingegangen werden und die Auswahl wird sich allein auf die Mittelmeerseite, speziell auf Ammianus Marcellinus, beschränken müssen.[10]

Die Perser waren ursprünglich ein südwestiranisches Volk, benannt nach der Region nördlich des persischen Golfs, dem Gebiet der Persis. Dieses indoeuropäische Volk gründete nach der Eroberung des Mederreichs (550 v. Chr.), Babyloniens (539 v. Chr.), Kleinasiens (546-539 v. Chr.) und Ägyptens (525 v. Chr.) ein Großreich und versuchte auch auf das antike Griechenland überzugreifen, was diese aber in den Perserkriegen verhinderten. Die heute bekanntesten verlorenen Schlachten aus dieser Zeit sind die bei Marathon (490 v. Chr.), bei den Thermopylen (480 v. Chr.) und bei Salamis (480 v. Chr.). Nichtsdestotrotz wurden die Perser zu einer der bedeutendsten Zivilisationen im Nahen Osten und wichtigster Fernhandelspartner, insbesondere auf der Seidenstraße. Das Perserreich bestand in unterschiedlichen Ausdehnungen von etwa 550 bis 330 v. Chr. (Achaimenidenreich) und von ca. 224 bis 651 n. Chr. (Neupersisches Reich der Sassaniden).[11]

Die Lücke zwischen den beiden persischen Großreichen entstand aufgrund der Eroberung Persiens durch Alexander den Großen (333 v. Chr.), in deren Folge das Perserreich langsam aber sicher begann auseinander zu brechen. Dadurch entstand insbesondere im Osten ein Machtvakuum, in das um 240 v. Chr. die Parther vorstießen und den Nordosten des Irans in Besitz nahmen. Die Parther bauten ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. im heutigen Iran ein polyethnisches und multikulturelles Reich auf, welches schließlich auch große Teile Mesopotamiens, des südwestlichen Mittelasiens und einige angrenzende Randgebiete umfasste. Um 90 v. Chr. trafen sie dann unter ihrem Großkönig Mithridates II. wieder mit den Beherrschern des Mittelmeeres – in diesem Falle den Römern unter Lucius Cornelius Sulla, damals Proprätor in der Provinz Kilikien in Kleinasien – zusammen. Die Römer hatten inzwischen die Reste des Seleukidenreichs zur römischen Provinz Syria umgewandelt und beide Völker wollten ihre Ansprüche und Handelsinteressen wahren bzw. auf diese Region ausdehnen. Aber auch andere Landstriche, wie beispielsweise Armenien, gaben immer wieder Anlass für politisch-militärische Auseinandersetzungen.[12]

Im 3. Jahrhundert nach Christus entstand dann als zweites persisches Großreich, das Sassanidenreich. Dieses Perserreich ist auch gemeint, wenn man von den römisch-persischen Kriegen spricht, den Kriegen zwischen dem oströmischen Reich und Persien, den beiden vom 3. bis zum 7. Jahrhundert n. Chr. vorherrschenden Reichen im Mittelmeerraum. Besonders intensiv waren die Kampfhandlungen zu Zeiten des Perserkönigs Schapurs II. (309–379 n. Chr.), also genau in der Zeit, in der auch Ammian diente und bei der Schlacht um Amida (359 n. Chr.) selbst nur knapp mit dem Leben davon kam und wenige Jahre später noch einmal, diesmal mit Julian, gegen die Perser zog.[13]

Diese Hausarbeit verwendet den Begriff „Perser“ als Synonym für das Gesamtbild des antiken Persiens in all seiner Größe und all seinen Ausprägungen und schließt all jene Räume und Völker mit ein, die in den Grenzen der Reiche der Achaimeniden, Parther oder Sassaniden lagen.

2. Die Perser aus der Sicht anderer antiker Autoren

Die antiken römischen Geschichtsschreiber unterliegen einer tradierten hellenistischen Art der Berichterstattung sowie einer ebenso tradierten Form der Inhalte.[14] So wurden insbesondere in früheren Zeiten die eigenen Leistungen gern überhöht dargestellt und Fehler oder Niederlagen entweder verschwiegen oder die Rahmenbedingungen und Ursachen für diese als so schlimm dargestellt, dass dem Tapferen keine andere Möglichkeit blieb als zu verlieren. Aus diesem Grunde werden in dieser Hausarbeit neben Ammian drei weitere historische Geschichtsschreiber und deren Beschreibungen der Perser kurz vorgestellt.

2.1 Herodot

Der aus Halikarnassos stammende Herodot (ca. 485/4-424 v. Chr.) war griechischer Geschichtsschreiber und gilt als der „Vater der Geschichtsschreibung“[15], der 424 v. Chr. sein noch vollständig erhaltenes Schriftwerk Historien fertigstellte. Diese neun Bücher enthalten unter anderem eine große Anzahl ethnographischer Exkurse, welche die in der Haupthandlung vorkommenden Völker und ihre Länder beschreiben. Unter anderem beschreibt er ab seinem fünften Buch die Auseinandersetzungen mit den Persern. Der ethnographische Exkurs befindet sich jedoch schon im ersten Buch in den Kapiteln 131-140. Ob er selbst an allen von ihm beschriebenen Orten war oder lediglich alles niederschrieb, was ihm berichtet wurde, ist umstritten. Als sicher gilt jedoch, dass er ausgedehnte Reisen unternahm, allerdings nicht ins eigentliche Persien.[16] Und Herodot selbst berichtet, dass es seine Pflicht sei, alles zu berichten, was erzählt werde, aber er müsse nicht alles glauben.[17]

Herodot ist der erste griechische Autor, der den Begriff „Barbaren“ inflationär gebraucht.[18 Allerdings ist daraus wohl keine durchgängige Herabsetzung abzuleiten, da er alle nicht griechisch sprechenden Völker als Barbaren bezeichnet und gleichzeitig anmerkt, dass auch die Ägypter alle Fremdsprachigen als Barbaren bezeichnen.[19] Dieses relativiert den Griechen-Barbaren-Gegensatz, der durch die Siege der Griechen über die Perser zu einem gesteigerten griechischen Selbstbewusstsein geführt hatte.[20] Für ihn sind die Ägypter „seltsam, vor allem aber alt und hochzivilisiert“[21], während die Perser nicht nur bei ihm als der große Gegner, sondern in der zeitgenössischen Literatur insgesamt als die „naturgesetzlich unterlegenen Feinde“[22] dargestellt werden. Das liegt laut Herodot, daran, dass die Perser seit der Schlacht um Troja alles Griechische als feindlich ansehen[23] und der Überzeugung wären, die weitaus besten Menschen zu sein.[24] Dies ist eines der vielen traditionsstiftenden griechischen Topoi, die das damalige Publikum neben „Haremsintrigen, orientalische[r] Verweichlichung, Intoleranz und Dekadenz“[25] hören wollte.

Auch wenn Herodot sehr ausführlich die Barbaren zu Wort kommen lässt, was in der damaligen Zeit eine beachtenswerte Ausnahmeerscheinung war[26], und sich mit fremden Kulturen aufgrund eigener Erfahrungen gut auskannte, so schreibt Herodot doch despektierlich über die Riten der Perser. Er beschreibt beispielsweise in allen Einzelheiten, wie die Perser ihren Göttern opfern und vergleicht es mit den griechischen Praktiken. So würden keine Altäre gebaut, das Fleisch des Opfertieres werde gekocht und nach dem Ritus nach belieben verwendet.[27] Eine Herangehensweise, die aus griechischer Sicht entweder als sehr pragmatisch zu bezeichnen ist oder eben als zumindest merkwürdiges Verhalten eingestuft werden kann. Daneben unterstellt er ihnen, alles Wichtige und alles Unwichtige zweimal besprechen zu müssen, denn erst wenn sie bei ihren Beratungen nüchtern und betrunken zu demselben Entschluss gekommen seien, werde dieser ausgeführt.[28]

2.2 Tacitus

P. Cornelius Tacitus (ca. 55 bis ca. 120 n. Chr.) war ein aus Gallien stammender römischer Senator und späterer Prokonsul, der mit Agricola, Germania, Historiae und Annales eine ganze Reihe heute noch existierender historiographischer Werke verfasste. Dabei nennt er fast nie seine Quellen und weist eine in vielen Bereichen erstaunliche Detailgenauigkeit auf, dabei gilt es als rein willkürlich, was er genau recherchierte und was nicht. Die Bekanntheit von Taticuts und seinen Werken schon in der Antike, dürften ein Grund dafür sein, dass Ammian versuchte direkt an das Werk von Tacitus anzuschließen.[29]

Für Tacitus waren alle Nichtrömer Barbaren, die sich außerhalb oder ohne römische Herrschaft nur selbst bekriegen würden[30], dementsprechend war auch seine Beschreibung der Perser und ihrer Politik, Traditionen und Taten gemäß der Barbarentopik durchweg negativ. So beschrieb er die Perser unter anderem als feige[31], als ein Volk, das es gewohnt war zu fliehen[32], persische Herrscher als grausam und großtuerisch[33] oder als Zauderer[34].

Der Leser erkennt auch bei Tacitus die schon von Herodot bekannte negative Sicht- und Schreibweise auf die nicht zum eigenen Volk gehörenden Völker. Es kann wohl auch hier mit Sicherheit angenommen werden, dass dies wieder mit dem Ziel geschah, sich ethnologisch von den anderen Völkern abzugrenzen und dass es der, von den Griechen übernommenen und inzwischen tradierten, Sichtweise der Römer entsprach.

2.3 Prokop

Prokopios von Caesarea lebte im 6. Jahrhundert n. Chr. und gilt mit seinen Werken als einer der wichtigsten Geschichtsschreiber der Spätantike, sowohl was die historiographische Qualität als auch was den Umfang seiner Arbeiten anbelangt.[35] Er lebte nach Ammian und soll in dieser Arbeit lediglich der Vollständigkeit halber verdeutlichen, dass die negative Darstellungsweise der nichtrömischen Völker keine explizite Sichtweise der Antike ist, sondern auch darüber hinaus praktiziert und von den Geschichtsschreibern überliefert wurde.

Prokops Werke enthalten keine explizite ethnologische Beschreibung der Perser. Stattdessen sind diese Informationen über das gesamte Werk verstreut, obwohl er in seinen De Bellis eben auch die Perserkriege (Bellum Persicum) als Augenzeuge und Vertrauter des byzantinischen Feldherrn Belisar beschreibt. Aber er soll sich nicht allein an das faktisch überprüfbare gehalten haben, sondern an das, was ihm richtig oder passend erschien.[36] Aufgrund dessen muss auch bei ihm wieder am Wahrheitsgehalt gezweifelt und die zeitgenössische Tradition der Geschichtsschreibung bei der Interpretation seiner Texte beachtet werden.

Die Perser wurden von Prokop als Barbaren[37] und durchweg negativ beschrieben. So berichtet er beispielsweise recht ausführlich, wie Kabades, der persische König, mit Hilfe seiner Frau und deren Kleidern aus dem Gefängnis entkam.[38] Das spricht schon für eine gewisse Gerissenheit und Hinterlist von Kabades, wie sie auch bei Herodot bzw. Ammian schon beschrieben wurde. Gleichzeitig erniedrigt sie wieder die Leistung von Kabades Flucht bzw. entschuldigt den Fehler der römischen Wachen, die Kabades immerhin den Besuch seiner Frau im Gefängnis gestatteten. Ob der Damenbesuch im Gefängnis zur damaligen Zeit üblich oder nur ein netter Zug der Wachen war, wird von Prokop nicht erläutert.

Prokop spricht den Persern darüber hinaus eine professionelle Art und Einstellung in juristischen und politischen Belangen ab, wenn er behauptet, dass sich der gesamte Perserrat in seiner Rechtsauslegung von Missgunst leiten ließe[39] und alle führenden Persönlichkeiten bei den Persern maßlos, überheblich und aufschneiderisch seien.[40] Auch das für die Barbarendarstellung bekannte Bestienbild wird durch Prokops Beschreibung persischer Grausamkeiten bedient. So berichtet er beispielsweise, wie die Perser um 540 n. Chr. die römische Stadt Antiochia eroberten und ein Blutbad unter der verbliebenen Bevölkerung anrichteten[41] oder wie der persische König Chosroes in seinem Lager Verbrecher pfählen ließ.[42] Auch Geldgier, Beutelust, Untreue und Meineid bleiben bei ihm nicht unerwähnt.[43]

3. Ammians Sicht der Perser

Nachdem mit Herodot und Tacitus die Darstellung der Perser von Geschichtsschreibern vor und mit Prokop auch die nach Ammian in Auszügen beschrieben wurden, wendet sich diese Arbeit nun der Hauptperson des Seminars, Ammianus Marcellinus, und seiner Darstellung der Perser zu. Dabei fällt sofort auf, dass Ammian in der Tradition von Herodot und Tacitus steht und die übliche Darstellungsweise anderer Völker zwar übernahm, die Perser aber nicht Barbaren nannte.

Ammian verfasste seine Res Gestae in der traditionell römischen Sicht und in der Tradition der großen Geschichtsschreiber vor ihm. Er hielt also die historischen Geschehnisse nicht nur in chronologischer Reihenfolge fest, sondern maß sie immer auch an den vorherrschenden moralischen Normen. Auf diese Weise werden die historischen Informationen sowohl zensiert und auch durch die Form der Darstellung bewertet.[44] Dabei kann Ammian seine Wertungen selbst aussprechen[45], er muss es aber nicht, sondern kann sie auch anderen in den Mund legen, so eindeutig Stellung beziehen und auf diese Weise für alle deutlich machen, was gut oder böse, richtig oder falsch ist, ohne es für jedermann direkt als eigene Meinung zu offenbaren.[46] Zu den möglichen Gründen für die kritisch moralischen Wertungen in den Res Gestae sei nur soviel gesagt, dass sie sowohl als Katalog der Missstände im Römischen Reich als auch als Spiegel für die handelnden Personen gedacht waren.[47]

Ammian ist als Soldat sehr viel gereist und konnte so eigene Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Er kämpfte unter anderem in Gallien und auch mehrmals in Amida, zusätzlich nutzte er für seine Res Gestae aber auch andere Quellen. So kann davon ausgegangen werden, dass er die Werke von Tacitus, Herodot, Cassius Dio und dem zum Teil auf ihm beruhenden Herodian kannte. Zeitgenössische Quellen wie der Eunuch Eutherius, der sowohl Julian als auch Contantius gedient hatte, die Tagebücher und Darstellungen anderer Zeitgenossen, wie die des Notars Philagrius oder das Brevarium des Fufius Festus, wurden von Ammian ebenfalls verwendet. Überdies erwähnt Ammian Archive, die er für seine Arbeit benutzte, jedoch ist der Nachweis, welche Quellen Ammian tatsächlich verwendete aufgrund der schlechten Quellenlage nicht möglich.[48]

Ammianus Marcellinus beschreibt Persien und dessen Bevölkerung in dem längsten und ausführlichsten Exkurs seiner Res Gestae[49] und auch in den nachfolgenden zwei Büchern berichtet er ausschließlich über die militärischen und diplomatischen Verwicklungen zwischen Römern und Persern. Aber auch an vielen anderen Stellen berichtet er immer wieder über Konflikte und diplomatische Kontakte zwischen Römern und Persern[50], so dass die Perser den am intensivsten behandelten Volksstamm in seinen Res Gestae darstellen. Als Vergleich seien nur die Beschreibung Ägyptens[51], immerhin ein ganzes Kapitel, oder der im Verhältnis dazu schon recht ausführliche Exkurs über Gallien[52], dem er immerhin vier kurze Kapitel widmet, genannt.

Ammianus Marcellinus verwendet traditionelle rhetorische Stilmittel, so kündigt er beispielsweise an, die Körperbeschaffenheit der Perser nicht ausführlich zu beschreiben, um dann aber mit dem Stilmittel der Paralipse doch einige negative Details zu berichten. Er erwähnt die zierliche Gestalt und blasse Hautfarbe der Perser sowie die finsteren Ziegenaugen unter den großen Augenbrauen, dazu auch die nicht unschönen Bärte in Kombination mit struppigem Haar.[53] Er macht also genau das Gegenteil dessen, was er gerade zuvor angekündigt hat. Auf diese Weise wird erst die Neugier des Publikums geweckt, um dann die Erwartungshaltung zu erfüllen. Dabei hat das Publikum natürlich immer im Hinterkopf, dass er ja angeblich nicht darüber sprechen möchte, daher auch nicht alles erzählt. So bleibt es der eigenen Fantasie überlassen, sich auszumalen wie viel Schauerliches oder Ungeheuerliches er wohl ausgelassen hat, wie stark er wohl unter- oder übertrieben hat.

Trotz aller Gemeinsamkeiten gibt es auch kleinere Unterschiede zwischen dem was Herodot und Ammian über die Perser berichten. Insbesondere die Trunksucht[54] zeigt deutlich, wie gleich und doch verschieden Herodot und Ammian die Perser beschreiben. Während die Perser bei Herodot alles einmal nüchtern und einmal im Rausch beraten und verhandeln, „meiden sie [bei Ammian die] Trunksucht wie die Pest“. Zwischen den beiden Berichten liegen gut 800 Jahre und in dieser Zeit kann sich vieles ändern, die grundsätzlich negative Ausrichtung in den Beschreibungen aber bleibt die gleiche.

Ein weiteres Beispiel, bei dem die beiden Historiografen zwar dieselbe Sache beschreiben, sie aber unterschiedlich bewerten, ist die Sexualität. Während Herodot schreibt, dass die Perser neben vielen rechtmäßigen Frauen auch noch Nebenfrauen hätten, dass viele Kinder als hohes Verdienst angesehen würden und dieses sogar vom König belohnt würde[55], schreibt Ammian, dass die Perser zwar so viele Frauen hätten, wie sie sich leisten könnten, aber gerade deshalb auch keine romantische Beziehung mehr aufbauen könnten, sondern sich lediglich aber leidenschaftlich der Polygamie hingäben.[56] Hier stimmt die Beschreibung der Vielehe überein, jedoch wird dieser Umstand von Herodot positiv bewertet, während Ammian es negativ bewertet und auch mit keinem Wort eine mögliche staatliche Förderung für besonders kinderreiche Familien erwähnt.

Immer wieder nutzt Ammian die rhetorischen Möglichkeiten geschickt aus, in dem er Gegensätzliches vergleicht und mit Beleidigungen vermischt. So beschreibt er die Perser zwar als leidenschaftliche Krieger, die aber nur auf Distanz Schrecken erregend und eher hinterlistig als tapfer seien. Obendrein hätten sie einen so liederlichen Gang, wären so nachlässig und unbeherrscht, dass man sie für weibisch halten könnte.[57] Das ist natürlich für den tapferen römischen Soldaten, der mit Schwert und Lanze auf den Nahkampf eingestellt ist, ein schwer zu besiegender Feind. Gleichzeitig beschreibt Ammian die Perser als so schamhaft, dass sie ihre Notdurft nur unbemerkt verrichten, was wiederum für eine gewisse Entwicklung und Kultur spricht, aber sie hätten so viel Angst vor fremden Künsten und vergiftetem Essen, dass sie in Feindesland keine Weinberge nutzten oder gar berührten.[58] Ammian beschreibt dieses gleich nach der Aussage, sie seien sehr genügsam und äßen nicht über den Hunger hinaus. Aber dieses Lob der Disziplin wird durch die Erwähnung ihrer angeblichen Furcht in Feindesland[59] wieder relativiert und mit der gerade erwähnten Angst sogar eher ins Negative verkehrt.

Ein weiteres beliebtes Stilmittel von Ammian ist die Verbindung positiver Eigenschaften mit zum Teil auch neutralen Formulierungen, aber negativ gemeinten Feststellungen und Beschreibungen. Ein Beispiel: Allein die Beschreibung der Perser als „leidenschaftliche Krieger“[60] bietet bei Ammian eine Reihe von Widersprüchen, denn nach römischer Auffassung waren leidenschaftliche Krieger nicht hinterlistig. Gleichzeitig spricht Ammian ihnen damit auch die Tapferkeit ab, da sie sich eben charakterlos verhielten und auch nur den Fernkampf effektiv betrieben.[61] Ammian hat jedoch auch lobende Worte für die ständig trainierenden Heere, die militärische Ausbildung und Disziplin. Insbesondere die persische Reiterei erhält Lob, allerdings nur um gleich danach die einfachen Soldaten als sklavengleiche Trossknechte, die keinen Sold bekämen, abzustempeln.[62] Um die Perser verbal weiter zu erniedrigen, nannte er sie nicht nur ein „verlogenes Volk“[63], sondern bedachte sie auch mit Tiervergleichen, in dem er beispielsweise ihre Fortbewegungsweise mit der von Vogelschwärmen[64] verglich, er ließ den Kaiser Julian die persischen Gefangenen „deformes illuuie capellas“[65] nennen oder beschrieb selbst die Augen der Perser als Ziegenaugen.[66]

Trotz aller negativen Beschreibungen, nennt Ammian die Perser in seiner Res Gestae nicht Barbaren. Hierfür kommt eine ganze Reihe an möglichen Gründen als Ursachen in Frage. So war beispielsweise Antiochia, wo Ammian lange lebte und vielleicht auch geboren wurde[67], zur Zeit der Achaimeniden Bestandteil des ersten Persischen Großreiches.[68] Demnach wären die Vorfahren Ammians nicht Römer oder Griechen, sondern Perser. Er würde also nicht nur die Perser allgemein, sondern seine Familie im speziellen mit dem abschätzigen Begriff „Barbaren“ belegen. Darüber hinaus, war Persien nicht nur die vermutete Heimat seiner Familie, sondern auch damals schon bekannt als die Wiege aller Europäer und damit eine gleichwertige Erweiterung der klassischen Welt.[69]

Als weiterer Grund käme das Alter in Betracht. Die Kultur Persiens ist deutlich älter als die Griechenlands oder gar Roms, so dass der Erklärungsversuch, nur solche Völker sein als Barbaren bezeichnet wurden, die nicht so lange bekannt waren, zum Beispiel die Gallier oder Germanen, im ersten Moment plausibel erscheint. Jedoch steht das im Widerspruch zur alten Kultur der Ägypter, die ebenfalls als Barbaren bezeichnet wurden. Auch die Kulturleistungen, können nur schwerlich als Ursache in Betracht gezogen werden, da die Nachbarn im Norden zwar vermeintlich weniger „Kultur“ hatten, aber gerade dieses den Ägyptern im Süden nicht abgesprochen werden kann. Dasselbe Problem gäbe es auch, wenn man den Status der Weltmacht anlegen und alle Nicht-Weltmächte als Barbaren titulieren würde. Die Völker im Norden waren damals keine, könnten also problemlos als Barbaren bezeichnet werden, aber wieder ist Ägypten ein Problem. Die waren eine Weltmacht, wenn auch mit einem nicht ganz so großen Reich wie die Perser oder Römer.

Eine weitere denkbare Möglichkeit warum Ammian die Perser nicht Barbaren nannte, wäre, dass Persien von den Römern nie vollständig besiegt wurde. Die möglichen Ursachen hierfür sind wieder vielfältig, angefangen bei territorialem Desinteresse über eine militärische Pattsituation bis hin zu fehlender Zeit in der Spätantike. Aber auch diese Möglichkeit erscheint nur bedingt geeignet, da nicht nur die Perser, sondern beispielsweise auch die Germanen von den Römern nicht militärisch besiegt wurden.

Als letzte denkbare Ursache sei noch einmal auf den sprachlichen Ursprung des Wortes Barbaren verwiesen. Es kennzeichnete ursprünglich fremdsprachige Völker, aber ob Ammian persisch sprach oder nicht oder welche Sprachen er überhaupt sprach, ist ungeklärt.[70] Vielleicht er der Sprache seiner Vorfahren mächtig und hat die Perser deswegen nicht als Barbaren bezeichnet.

4. Ergebnis und Zusammenfassung

Alle hier aufgeführten Beispiele von Tacitus und Herodot über Ammian bis Prokop zeigen zum Einen, dass schon seit jeher gegen fremde Völker und Religionen geschrieben wurde und zum Anderen zeigt es den Zeitgeist und das zum Teil tatsächlich vorhandene Wissen der Autoren über die beschriebenen Völker. Es beschreibt sowohl den Wandel als auch die Kontinuitäten der Völker in Laufe der Jahrhunderte. Herodot hat vermutlich ebenso eigene Erfahrungen mit einfließen lassen wie Ammian, aber alle haben zusätzlich auch andere Quellen (vom Archivmaterial bis zu mündlichen Überlieferungen) verwendet, so dass die Interpretation historischer Quellen immer davon abhängt, wie und auf welcher Grundlage die antiken Autoren ihre Texte verfasst haben.

Ob Ammian Herodot, Tacitus oder andere Quellen tatsächlich gelesen hat, ist aufgrund der schlechten Quellenlage bis heute unklar und in der Diskussion.[71] Man wird jedoch davon ausgehen können, vor allem weil beispielsweise Tacitus Werke schon in der Antike sehr bekannt waren. Und Timothy Barnes bestätigt, das Ammian Tacitus viel verdankt[72] und von ihm gelernt habe, anrüchige Handlungen oder unredliche Motive vorzuschlagen, ohne die Autorenhaftung für derartig dubiose Informationen zu übernehmen.[73] An dem Vergleich von Herodot und Ammian wurde exemplarisch dargestellt, wie identisch die Beschreibungen und wie unterschiedlich die Bewertungen bei verschiedenen Autoren sein können. Gleichzeitig zeigen alle in dieser Arbeit aufgeführten Beispiele, dass Ammian in der traditionellen römischen Sichtweise schrieb[74] und sogar er selbst bestätigt in seiner Sphragis[75], dass er sich in der Tradition der großen Geschichtsschreiber sieht. Und damit ist klar, dass es sich bei vielen Beschreibungen Ammians oder zumindest bei deren Formulierungen um zeitgenössische Topoi handelt.

Der für den Autor überzeugendste Grund dafür, dass Ammianus Marcellinus die Perser in seinen Res Gestae nicht auf eine Stufe mit den anderen nichtrömischen Völkern (den Barbaren) stellt, ist, dass Persien für Ammian vermutlich eine der Wurzeln der Zivilisation war. Ein Land mit uralter Kultur, das in Bezug auf die materiellen Ressourcen und die komplexen sozialen Strukturen mit dem klassischen Nahen Osten, der Heimat Ammians, absolut gleichwertig war. Für Ammian war Mesopotamien demnach die natürliche Erweiterung der damaligen Welt. Eine Gegend, die nach hellenistischem Vorbild erbaut, kulturell und sprachlich homogen, aber politisch geteilt war und in deren Mitte Ammians vermeintliche Heimatstadt Antiochia lag.[76] Schon mit ihrem ersten Großreich 559-330 v. Chr. haben die Perser den gesamten Orient, von Mittelasien und Indien im Osten bis Lybien und Thrakien im Westen, beherrscht und dabei auch alte „Machtzentren wie Elam, Medien, Lydien, Babylonien und Ägypten in ihr Weltreich inkorporiert.“[77] Auch wenn es immer wieder zu Kriegen zwischen den Persern und den Mittelmeervölkern kam, die wechselseitig gewonnen wurden und aus denen die Griechen und später auch die Römer unter anderem das Recht zur Überheblichkeit gegenüber anderen Völkern[78] ableiteten, so sind Persien und Griechenland doch die Ursprünge der großen Zivilisationen vor und neben Rom. Und so, wie die Griechen von den Römern nicht als Barbaren „abgestempelt“ wurden, so respektierten die Römer auch Persien und seine Bevölkerung als eigene Wurzeln. Die Perser wurden zwar verbal erniedrigt, aber nicht als Barbaren, als Fremde, beleidigt.

5. Quellen & Literatur

5.1 Quellen

Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Lateinisch und Deutsch von Wolfgang Seyfarth, Teil 1, Buch 14-17. Berlin 1968.

Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Lateinisch und Deutsch von Wolfgang Seyfarth, Teil 2, Buch 18-21. Berlin 1968.

Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Lateinisch und Deutsch von Wolfgang Seyfarth, Teil 3, Buch 22-25. Berlin 1970.

Ammianus Marcellinus: Römische Geschichte. Lateinisch und Deutsch von Wolfgang Seyfarth, Teil 4, Buch 26-31. Berlin 1971.

P. Cornelius Tacitus: Annalen. Lateinisch und Deutsch. Hrsg. von Erich Heller (Sammlung Tusculum) München [u. a.] 1991.

P. Cornelius Tacitus: Historien. Lateinisch und Deutsch. Hrsg. von Josef Borst (Sammlung Tusculum) München [u. a.] 1984.

Herodot: Historien. 2 Bde. Hrsg. von Josef Feix. München 1963.

Prokop: Perserkriege. Griechisch-Deutsch von Otto Veh. München 1970.

5.2 Literatur (Auswahlbibliographie)

Barnes, Timothy D.: Ammianus Marcellninus and the Representation of Historical Reality. Ithaca [u. a.] 1998.

Bengtson, Hermann (Hrsg): Griechen und Perser. (Fischer Weltgeschichte, Bd. 5: Die Mittelmeerwelt im Altertum). Frankfurt a. M. 1993.

Börm, Henning: Prokop und die Perser. Untersuchungen zu den römisch-sasanidischen Kontakten in der ausgehenden Spätantike. (Oriens et occidens. Bd. 16: Alte Geschichte) Stuttgart 2007.

Dandamayev, Muhammad A.: Politische und wirtschaftliche Geschichte. In: Walser, Gerold (Hrsg.): Beiträge zur Archämenidengeschichte. (Historia, Zeitschrift für Alte Geschichte, Einzelschriften, Bd. 18) Wiesbaden 1972, S. 15-58.

Demandt, Alexander: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr. (Handbuch Altertumswissenschaft, Abt. 3, Teil 6) München 1989.

Drijvers, Jan W.: Ammianus Marcellinus’ Image of Sasanian Society. In: Wiesehöfer, Josef (Hrsg.): Eran und Aneran. Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sassanidenreich und der Mittelmeerwelt. Beiträge des Internationalen Colloquiums in Eutin, 8. – 9. Juni 2000. Stuttgart 2006, S. 45-69. (Zitiert als: Drijvers, Ammianus)

Drijvers, Jan W.: Ammianus Marcellinus’ image of Arsaces and early Parthian history. In: Ders.; Hunt, David: The late Roman world and its historian. Interpreting Ammianus Marcellinus. London [u. a.] 1999. (Zitiert als: Drijvers, Image)

Flaig, Egon: (P.?) Cornelius Tacitus. DNP 11 (2001), Sp. 1209-1214.

Funke, Peter: Die griechische Staatenwelt in klassischer Zeit. 550-336 v. Chr. In: Gehrke, Hans-Joachim; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S.129-194.

Gehrke, Hans-Joachim: Hellenismus. 336-40 v. Chr. In: Ders.; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S.195-259.

Heuss, Alfred: Römische Geschichte. Paderborn [u. a.] 2000.

Huß, Werner: Barbaren. DNP 2 (1997), Sp. 439-444.

Landskron, Alice: Parther und Sassaniden. Das Bild der Orientalen in der römischen Kaiserzeit. Wien 2005.

Matthews, John F.: The Roman Empire of Ammianus. Baltimore 1989. (Zitiert als: Matthews, Empire)

Matthews, John F.: The Origin of Ammianus. In: Classical Quarterly, Bd. 44. Cambridge 1994, S. 252-269. (Zitiert als: Matthews, Origin)

Meister, Klaus: Herodotos. DNP 5 (1998), Sp. 469-475.

Nesselrath, Heinz-Günther: Fremde Kulturen in griechischen Augen. Herodot und die Barbaren. In: Gymnasium. Zeitschrift für Kultur der Antike und Humanistische Bildung. Bd. 116, Heft 4. Heidelberg 2009, S. 307-330.

Rosen, Klaus: Ammianus Marcellinus. DNP 1 (1996), Sp. 596-598.

Rosen, Klaus: Ammianus Marcellinus. (Beiträge der Forschung, Bd. 183) Darmstadt 1982. (Zitiert als: Rosen, Ammianus)

Tinnefeld, Franz: Prokopios. DNP 10 (2001), Sp. 391-395.

Wiesehöfer, Josef: Ammianus Marcellinus. In: Erträge der Forschung, Bd. 183. Darmstadt 1982. (Zitiert als: Wiesehöfer, Ammianus)

wiesehöfer, Josef: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr. München [u. a.] 1994. (Zitiert als: Wiesehöfer, Persien)

Wiesehöfer, Josef: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs. München 1999. (Zitiert als: Wiesehöfer, Weltreich)

Wiesehöfer, Josef: Die dunklen Jahrhunderte der Persis. Untersuchungen zu Geschichte und Kultur von Fars in frühhellenistischer Zeit. 330-140 v. Chr. (Zetemata, Monografien zur klassischen Altertumswissenschaft. Heft 90) München 1994. (Zitiert als: Wiesehöfer, Jahrhunderte)

Wiesehöfer, Josef: Die Griechen und der Orient im 1. Jahrtausend v. Chr. In: Gehrke, Hans-Joachim; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S.35-50. (Zitiert als: Wiesehöfer, Griechen)

Wiesehöfer, Josef: Statt einer Einleitung. Randkultur oder Nabel der Welt? Das Sassanidenreich und der Westen, Anmerkungen eines Althistorikers. In: Ders. (Hrsg.): Eran und Aneran. Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sassanidenreich und der Mittelmeerwelt. Beiträge des Internationalen Colloquiums in Eutin, 8. – 9. Juni 2000. Stuttgart 2006, S. 9-28. (Zitiert als: Wiesehöfer, Randkultur)

winter, Engelbert; Dignas, Beate: Rom und das Perserreich. Zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz. (Studienbücher, Geschichte und Kultur der Alten Welt) Berlin 2001.

Wittke, Anne-Maria: Antiocheia [1]. DNP 1 (1996), Sp. 762-764.


[1] Siehe hierzu: Börm, Henning: Prokop und die Perser. Untersuchungen zu den römisch-sasanidischen Kontakten in der ausgehenden Spätantike. (Oriens et occidens. Bd. 16: Alte Geschichte) Stuttgart 2007, S. 71; Matthews, John F.: The Roman Empire of Ammianus. Baltimore 1989, S. 140.

[2] Amm. 23,6,1-88.

[3] Siehe zur Frage des Geburtsortes u. a. Barnes, Timothy D.: Ammianus Marcellninus and the Representation of Historical Reality. Ithaca [u. a.] 1998, S. 60.

[4] Amm. 31,16,9.

[5] Einige Beispiele für Autobiografisches in den Res Gestae: Amm. 14,9,1; 15,2,22; 31,16,9.

[6] Siehe hierzu u. a.: Amm. 31,16,9; Barnes, S. 63, Demandt, Alexander: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284-565 n. Chr. (Handbuch Altertumswissenschaft, Abt. 3, Teil 6) München 1989, S. 8; Matthews, Empire, S. 58-66; Matthews, John F.: The Origin of Ammianus. In: Classical Quarterly, Bd. 44. Cambridge 1994, S. 252 ff.; Rosen, Klaus: Ammianus Marcellinus. DNP 1 (1996), Sp. 596-598. Wiesehöfer, Josef: Das antike Persien. Von 550 v. Chr. bis 650 n. Chr. München [u. a.] 1994, S. 209.

[7] Hdt, 2,57.

[8] Vgl. dazu: Huß, Werner: Barbaren. DNP 2 (1997), Sp. 439-444; Winter, Engelbert; Dignas, Beate: Rom und das Perserreich. Zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz. (Studienbücher, Geschichte und Kultur der Alten Welt) Berlin 2001, S. 21 f.

[9] Siehe hierzu: Bengtson, Hermann (Hrsg): Griechen und Perser. (Fischer Weltgeschichte, Bd. 5: Die Mittelmeerwelt im Altertum). Frankfurt a. M. 1993, S. 13; Wiesehöfer, Josef: Statt einer Einleitung. Randkultur oder Nabel der Welt? Das Sassanidenreich und der Westen, Anmerkungen eines Althistorikers. In: Ders. (Hrsg.): Eran und Aneran. Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sassanidenreich und der Mittelmeerwelt. Beiträge des Internationalen Colloquiums in Eutin, 8. – 9. Juni 2000. Stuttgart 2006, S. 10; Wiesehöfer, Josef: Das frühe Persien. Geschichte eines antiken Weltreichs. München 1999, S. 11 f.

[10] Für die östliche, persische Seite siehe: Wiesehöfer, Randkultur. Für einen guten Überblick über die historischen Zeugnisse des Westens und Asiens zu Persien und seiner Geschichte siehe u. a. Drijvers, Jan W.: Ammianus Marcellinus’ image of Arsaces and early Parthian history. In: Ders.; Hunt, David: The late Roman world and its historian. Interpreting Ammianus Marcellinus. London [u. a.] 1999, S. 195 f.; Wiesehöfer, Persien, S. 171 ff. und 199 f.

[11] Vgl. dazu: Bengtson, S. 13-18; Dandamayev, Muhammad A.: Politische und wirtschaftliche Geschichte. In: Walser, Gerold (Hrsg.): Beiträge zur Archämenidengeschichte. (Historia, Zeitschrift für Alte Geschichte, Einzelschriften, Bd. 18) Wiesbaden 1972, S. 16-18; Funke, Peter: Die griechische Staatenwelt in klassischer Zeit. 550-336 v. Chr. In: Gehrke, Hans-Joachim; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S. 137-144; Wiesehöfer, Josef: Die Griechen und der Orient im 1. Jahrtausend v. Chr. In: Gehrke, Hans-Joachim; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S. 41; Wiesehöfer, Persien, S. 200; Wiesehöfer, Weltreich, S. 22 f. und 27 f.; Winter, S. 25 f.

[12] Vgl. dazu: Bengtson, S. 372; Drijvers, Image, S. 197; Heuss, Alfred: Römische Geschichte. Paderborn [u. a.] 2000, S. 409 f. und S. 240; Landskron, Alice: Parther und Sassaniden. Das Bild der Orientalen in der römischen Kaiserzeit. Wien 2005, S. 25, 32 und 34; Wiesehöfer, Persien, S. 163 ff.; Wiesehöfer, Weltreich, S. 83 und 92-96; Winter, S. 26-35; Wittke, Anne-Maria: Antiocheia [1]. DNP 1 (1996), Sp. 762.

[13] Vgl. dazu: Demandt, S. 16 f. und 61; Drijvers, Jan W.: Ammianus Marcellinus’ Image of Sasanian Society. In: Wiesehöfer, Josef (Hrsg.): Eran und Aneran. Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sassanidenreich und der Mittelmeerwelt. Beiträge des Internationalen Colloquiums in Eutin, 8. – 9. Juni 2000. Stuttgart 2006, S. 48; Landskron, S. 30, Heuss, S. 409 ff.; Wiesehöfer, Weltreich, S. 109 f.; Winter, S. 37-51.

[14] Siehe hierzu: Heuss, S. 395; Rosen, Klaus: Ammianus Marcellinus. (Beiträge der Forschung, Bd. 183) Darmstadt 1982, S. 117.

[15] Meister, Klaus: Herodotos. DNP 5 (1998), Sp. 469.

[16] Ebenda, Sp. 469-475.

[17] Hdt. 7,152,3

[18] Nesselrath, Heinz-Günther: Fremde Kulturen in griechischen Augen. Herodot und die Barbaren. In: Gymnasium. Zeitschrift für Kultur der Antike und Humanistische Bildung. Bd. 116, Heft 4. Heidelberg 2009, S. 309.

[19] Hdt. 2,158,5.

[20] Siehe hierzu: Funke, S. 144; Huß, Sp. 440; Nesselrath, S. 309 f.

[21] Nesselrath, S. 312.

[22] Wiesehöfer, Josef: Die dunklen Jahrhunderte der Persis. Untersuchungen zu Geschichte und Kultur von Fars in frühhellenistischer Zeit. 330-140 v. Chr. (Zetemata, Monografien zur klassischen Altertumswissenschaft. Heft 90) München 1994, S. 12.

[23] Hdt. 1,4,3 f.

[24] Hdt. 1,134,2.

[25] Wiesehöfer, Jahrhunderte, S. 12.

[26] Nesselrath, S. 309.

[27] Hdt. 1,132,1-3.

[28] Hdt. 1,133,3-4.

[29] Flaig, Egon: (P.?) Cornelius Tacitus. DNP 11 (2001), Sp. 1209-1214.

[30] Tac. Hist. 4,74,1-4.

[31] Tac. Ann. 15,5,3.

[32] Tac. Ann. 6,45,1.

[33] Tac. Ann. 11,10,4.

[34] Tac. Ann. 15,1,1 f.

[35] Tinnefeld, Franz: Prokopios. DNP 10 (2001), Sp. 391-395.

[36] Siehe hierzu: Börm, S. 71 und 247; Wiesehöfer, Persien, S. 209.

[37] Prok. 1,2,5.

[38] Prok. 1,6,6.

[39] Prok. 1,11,32.

[40] Prok. 1,11,33.

[41] Prok. 2,8,34.

[42] Prok. 2,11,35.

[43] Siehe hierzu beispielsweise Prok. 1,4,1; 1,11,33; 1,16,8; 2,9,8.

[44] Vgl. dazu: Barnes, S. 187 ff.; Drijvers, Image, S. 193 f.; Drijvers, Ammianus, S. 65; Matthews, Empire, S. 28 ff.; Rosen, Ammianus, S. 117, 120 und 122.

[45] Amm. 19,2,12; 21,13,4; 24,1,13.

[46] Als Beispiel sei nur Julians Rede vor den Persischen Gefangenen genannt (Amm. 24,8,1). Siehe hierzu auch Drijvers, Ammianus, S. 65; Matthews, Empire, S. 28, 328 und 456; Wiesehöfer, Josef: Ammianus Marcellinus. In: Erträge der Forschung, Bd. 183. Darmstadt 1982, S. 117, 120 und 122; Rosen, Ammianus, S. 42 und 120 ff.

[47] Rosen, Ammianus, S. 123.

[48] Vgl. dazu: Drijvers, Image, S. 194, 201; Matthews, Empire, S. 25, 29 f., 456 und 504; Rosen, Ammianus, S. 55 ff. und S. 80 f.; Wiesehöfer, Persien, S. 209; Seyfarth, Wolfgang: Anm. 1 zum 23. Buch, Bd.3, S. 219.

[49] Amm. 23,6,1-88.

[50] Exemplarisch seien an dieser Stelle nur ein erfolgloser Angriff der Perser auf Mesopotamien (Amm. 14,3), seine eigenen Erfahrungen aus Amida (Amm. 19,1-9) oder der kurze ethnographische Exkurz zu den Sarazenen (Amm. 14,4) genannt.

[51] Amm. 22,16.

[52] Amm. 15,9-12.

[53] Amm. 23,6,75.

[54] Siehe hierzu Hdt. 1,133,3-4; Amm. 23,6,76.

[55] Hdt. 1,136,1.

[56] Amm. 23,6,76.

[57] Amm. 23,6,80.

[58] Amm. 23,6,78.

[59] Amm. 23,6,80.

[60] Ebenda.

[61] Ebenda.

[62] Amm. 23,6,83.

[63] Amm. 21,13,4.

[64] Amm. 19,2,12.

[65] Amm. 24,8,1.

[66] Amm. 23,6,75.

[67] Barnes, S. 60.

[68] Wittke, Sp. 762 f.

[69] Matthews, Empire, S. 140.

[70] Vgl. dazu: Barnes, S. 56 und S. 60; Matthews, Empire, S. 69.

[71] Vgl. dazu: Matthews, Empire, S. 28 ff. und S. 504; Rosen, Ammianus, S. 55 ff. und S. 80 f.; Wiesehöfer, Persien, S. 209.

[72] Barnes, S. 187 ff.

[73] Barnes, S. 88.

[74] Vgl. dazu: Barnes, S. 187 ff.; Drijvers, Ammianus, S. 65; Matthews, Empire, S. 28 ff.; Rosen, Ammianus, S. 117, 120 und 122.

[75] Amm. 31,16,9.

[76] Gehrke, Hans-Joachim: Hellenismus. 336-40 v. Chr. In: Ders.; Schneider, Helmuth (Hrsg.): Geschichte der Antike. Ein Studienbuch. Stuttgart 2006, S. 225 f.; Matthews, Empire, S. 140.

[77] Wiesehöfer, Griechen, S. 41. Siehe hierzu auch Bengtson, S.13 f.

[78] Siehe hierzu auch: Drijvers, Image, S. 200; Funke, S. 144; Nesselrath, S. 309 f.; Wiesehöfer, Griechen, S. 41.