Cornelius Nepos – Sein Leben, seine Werke

(9. März 2006; unbenotet; Latein für Altertumswissenschaftler, Grundkurs II (Intensivkurs); Sprachenzentrum, Uni Rostock; Dozent: Fr. Neumeyer)

Handout zum Vortrag:

Cornelius Nepos – Sein Leben, seine Werke

Allgemein

  • * ca. 100 v. Chr. in Oberitalien (Provinz: Gallia cisalpina; Munizipalstadt Ticinum; heute Pavia)
  • † ca. 25 v. Chr.
  • der genaue Vorname bis heute unklar bzw. umstritten
  • Mitglied des Ritterstandes (z. T. umstritten)
  • gebildet, literarisch geschult, vielseitig interessiert
  • lebte und arbeitete als Historiker und Biograf in Rom, dennoch sind seine Werke stark hellenistisch geprägt
  • übte aber kein höheres politisches Staatsamt aus! [zog also die vita contemplativa (Selbststudium und Zurückgezogenheit) der vita activa (politische, öffentliche Ämter) vor
  • als Historiker bringt er bisweilen Zusammenhänge durcheinander, wodurch Fehler in der Chronologie entstehen, in der Geographie sollen ihm ebensolche Fehler unterlaufen sein
  • befreundet mit dem Dichter Catull, Marcus Tullius Cicero, Titus Pomponius Atticus
  • von seinen Werken sind nur wenige Fragmente und einige Biographien aus seinem bekanntesten Werk De viris illustribus erhalten geblieben
  • als Schriftsteller bemühte er sich den Lesern Ereignisse und Merkwürdigkeiten der Geschichte in ansprechender Art und Weise zu schildern
  • gilt als der Begründer der Biographie in Rom

Sprache, Stil & literarische Technik

  • klassisch, nicht sehr rein und eher schlicht, z. T. umgangssprachlich gefärbt
  • Satzbau und Wortschatz sind relativ einförmig, seine Ausdrucksform schlicht, prägnant, kurz, ohne sprachliche oder darstellerische Raffinesse, nur selten finden sich rhetorische Zuspitzungen
  • aufgrund dieser Tatsache waren und sind seine Werke verbreitete Schullektüre
  • er benutzte die attizistische Diktion (Bewegung in der Rhetorik, die auf die Bevorzugung der reinen, schlichten, sachlichen attischen (griechischen) Sprache hinausläuft)
  • seine Biographien sind ohne philosophische Vertiefungen, und kommen über inkonsequentes Lob und Tadel nicht hinaus (was er in der einen Biographie lobt, tadelt er in der anderen)
  • er benutzt 2 Biographietypen, jedoch ohne scharfe Trennung:
    • alexandrinische Biographie: Skizze des äußeren Lebens und anekdotisches Charakterbild
    • peripatetische Biographie: der künstlerischer Aufbau steht im Vordergrund
  • vielfältige literarische Form der Biographien:
    • einfache, chronologische Darstellung, ähnlich der Geschichtsschreibung
    • antithetisch-ambivalente Charakterbeschreibung: Lob und Tadel mischen sich
    • Form eines Enkomions: Charakter erregt größere Bewunderung als Lebenslauf
  • Werke, typisch römisch, nach vita publica und vita privata unterteilt
  • er gibt ein eigenes Urteil über die jeweilige Person am Anfang oder Ende seines Werkes

Werke

1. Chronika
3 Bücher; vor 54 v. Chr.; Abriss der Weltgeschichte; Fragmente noch erhalten
2. Exempla
5 Bücher; nach 44 v. Chr.; Sammlung von Anekdoten und Kuriositäten nach griechischem Vorbild, die wohl dem modischen Geschmack der römischen Leser entsprachen; Fragmente noch erhalten
3. Biographien des M. Cato und des M. Tullius Cicero
separat veröffentlicht; nicht mehr erhalten
4. kleinere erotische Gedichte
bezeugt von Plinius; nichts davon erhalten
5. De viris illustribus
  • min. 16 Bücher; zw. 35 und 32 v. Chr.; bekanntestes Werk; nur noch in Teilen erhalten
  • geordnet ist das Werk nach Königen, Feldherren, Rednern, Historikern, Grammatikern und Dichtern
  • nahezu vollständig erhalten ist das Buch De excellentibus ducibus exterarum gentium (dt.: Über hervorragende Heerführer fremder Völker) mit 23 Biographien nichtrömischer Feldherren (u. a. Hannibal (247-183 v. Chr.) und Hamilkar (ca. 270-229 v. Chr) [excellenter karthagischer Feldherr; Vater von Hannibal und Hasdrubal; angeblich ließ er Hannibal einen Eid schören, „nie den Römern wohlgesinnt zu sein“]
  • ebenfalls erhalten sind aus dem Buch De latinis historicis (dt.: Über römische Historiker) die Biographie des Atticus sowie eine Kurzfassung der Biographie von Cato dem Älteren
  • die Römer sind Nichtrömern gegenübergestellt, auf ein Buch über einen Nichtrömer folgt eines über einen Römer

Chronika, Exempla und die Biographiensammlung waren neue Gattungen in der römischen Literatur. Ebenfalls neu war die Biographie einer noch lebenden Person (Atticus-Vita). [Atticus 110-32 v. Chr.]

Die Biographie des Atticus soll einen sehr guten Einblick in die „römische humanitas“ jener Zeit bieten und ergänzt die vielfältigen Zeugnisse Ciceros über das Streben nach Bildung, literarischem Geschmack und nach einer vom Geistigen geprägten Lebenshaltung.

weiterführende Literatur:

http://dispatch.opac.ddb.de/DB=4.1/REL?PPN=118747681

Quellen:

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Cornelius_Nepos
  • http://www.breu-seite.de/pdf/nepos.pdf
  • http://www.doktor-flash.de/biogr/nepos/main.html
  • http://www.fh-augsburg.de/~harsch/nep_intr.html
  • http://www.katharinen.ingolstadt.de/projekte/kglatein/Autoren/nepos.htm
  • http://www.lateinservice.de /referate/inhalt/neposref.htm
  • http://www.st-klemens.ch/lit_ges2.htm#2.5

Anmerkung

Aus zeitlichen Gründen war es nicht möglich (weitere) Literatur hinzuzuziehen. Zwischen dem „Auftrag“ und dem Termin für den Vortrag lagen nur drei Tage, die zu einem großen Teil mit der Arbeit im und für den Intensivkurs gefüllt waren. Es war mir daher nicht möglich selbst Einsicht in Originaltexte, edierte Versionen von Nepos Werken, Sekundärliteratur oder andere gedruckte Arbeiten über Nepos zu nehmen. Ich bitte dieses nicht wissenschaftliche Arbeiten zu entschuldigen.

7 thoughts on “Cornelius Nepos – Sein Leben, seine Werke”

  1. Hallo Erika,

    das hängt ganz davon ab, wie und wofür es verwendet wird. Allerdings gilt immer das Urheberrecht, das man zumindest in Deutschland auch nicht abgeben oder verlieren kann. Das bedeutet: zumindest eine Namensnennung und/oder Quellenangabe muss bei Zitaten gemacht werden, es sei denn ein Vertrag oder Ähnliches entbindet einen davon.

    Wenn also ein Schüler oder Student Teile des Textes zitiert oder sogar vollständig übernimmt ohne dieses zu kennzeichnen, kann seine Arbeit als Plagiat mit der Note 6 benotet werden. Als Lehrer hat man zwar für den eigenen Unterricht mehr Möglichkeiten, aber auch hier sollte man nicht anderer Leute Arbeit als die eigene ausgeben. Auch hier gilt das Urheberrecht, also die Quelle offenlegen.

    Wenn Arbeiten, Fotos, Musikstücke oder Ähnliches unerlaubter Weise verwendet werden, können immense Schadenersatzansprüche fällig werden. Dazu am besten einfach mal nach Urheberrecht recherchieren.

    Was genau soll, denn gemacht werden?

  2. hallo wie ist das eig von rechtlicher seite, wenn man sich den text kopiert und einer klasse gibt, ohne jegliche quellenangabe? wie wird sas gesehen

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